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Rheumatoide Arthritis:
Wie ist der Verlauf?
Kann man den Krankheitsverlauf vorhersagen?
Der Krankheitsverlauf der rheumatoiden Arthritis ist sehr unterschiedlich und individuell schwer vorhersehbar.
Im Allgemeinen verläuft die Erkrankung fortschreitend und schubweise. Phasen mit starken Beschwerden (Schub) können sich mit verminderter Krankheitsaktivität oder gar Beschwerdefreiheit abwechseln. In 10-20% der Fälle ist mit einem eher milden chronischen Verlauf zu rechnen. Bei 60-70% der Betroffenen schreitet die rheumatoide Arthritis mehr oder weniger kontinuierlich fort. Nur selten ist eine rasch fortschreitende und schwere Verlaufsform zu beobachten (ca. 10%).
Ein charakteristisches Frühsymptom ist die Morgensteifigkeit der Gelenke, die sich mit zunehmender Aktivität über den Tag bessert. Viele Patienten leiden auch unter nächtlichen Schmerzattacken.
Es kommt zu Gelenkschwellungen und Verdickung der Gelenke. Zunächst sind meist nur Grund- und Mittelgelenke der Finger betroffen, im weiteren Verlauf auch andere Gelenke, wie z. B. Hand-, Zehengrundgelenke oder das Kiefergelenk.
Im Röntgenbild lässt sich oft eine Osteoporose nachweisen. Häufig besteht zudem ein allgemeines Krankheitsgefühl mit unspezifischen Symptomen wie Fieber, grippeartigen Beschwerden und Müdigkeit. Zudem leiden die Patienten unter Rückbildung der Muskulatur. Auch Sehnenscheiden und Schleimbeutel sind an der Erkrankung beteiligt.
Der Krankheitsverlauf kann durch eine zunehmende Zerstörung des Knorpels und Knochens charakterisiert sein, was zu typischen Gelenkverformungen und Fehlstellungen führt. Die Gelenkzerstörung verläuft oft in den ersten Jahren besonders rasch - nach 2 Jahren sind bei bis zu 90 % der Patienten im Röntgenbild bereits sichtbare Veränderungen festzustellen. Mit fortschreitenden Gelenkveränderungen gehen zunehmende Einschränkungen der Beweglichkeit und Funktion einher. Schließlich kann es zu einer knöchernen Versteifung (Ankylose) einzelner Gelenke kommen, was letztendlich zu einem kompletten Funktionsverlust führt. Bei schweren Verläufen sind die Betroffenen bettlägerig oder an einen Rollstuhl gefesselt.
Anhand des körperlichen Funktionsstatus lässt sich die rheumatoide Arthritis in 4 Stadien einteilen:
Stadium 1:
Die Aktivitäten des täglichen Lebens sind uneingeschränkt durchführbar. Dazu zählen alters- und geschlechtsabhängige Aktivitäten im Beruf und Freizeit. Auch die Selbstversorgung wie An- und Auskleiden, Essen und Körperpflege sind ohne Einschränkungen zu bewältigen.
Stadium 2:
Selbstversorgung und berufliche Aktivitäten sind nicht betroffen, Freizeitaktivitäten hingegen nur eingeschränkt durchführbar.
Stadium 3:
Berufliche und Freizeitaktivitäten sind eingeschränkt, die Selbstversorgung ist noch vollständig möglich.
Stadium 4:
Alle Aktivitäten sind eingeschränkt.
Wenn Knorpel und Knochen zerstört sind, kann der Entzündungsprozess am Gelenk zum Stillstand kommen, man spricht dann von einer "ausgebrannten" rheumatoiden Arthritis.
Generell verläuft die rheumatoide Arthritis chronisch. Sie ist bis heute leider nicht heilbar, lässt sich aber im Verlauf entscheidend beeinflussen: Wird die Erkrankung rechtzeitig diagnostiziert und von Anfang an konsequent behandelt, so lassen sich Spätschäden verzögern oder sogar verhindern.


