Rheumatoide Arthritis:
Die Untersuchungen
Die Diagnose der rheumatoiden Arthritis ist im frühen Stadium der Erkrankung oft nicht einfach zu stellen. Und nicht bei jeder Gelenkerkrankung handelt es sich um eine rheumatoide Arthritis. Gelenkschmerzen sind sehr häufig auf Verschleißerscheinungen oder Stoffwechselstörungen zurückzuführen. Besteht die Vermutung einer rheumatischen Erkrankung, wird der betreuende Hausarzt eine Überweisung zum Facharzt, einem Rheumatologen veranlassen. Für die Diagnose und Behandlung der rheumatoiden Arthritis sind in der Regel besondere Erfahrungen erforderlich, die ein speziell ausgebildeter Facharzt erfüllt (siehe "Arzt-Patienten-Verhältnis").
Es existiert leider kein einzelner Test, der zielsicher zur Diagnose rheumatoide Arthritis führt, daher werden Informationen verschiedener Untersuchungsmethoden beurteilt. Die Vorgeschichte und die körperliche Untersuchung sowie Labor- und bildgebende Untersuchungen stellen die wichtigsten Säulen der Diagnostik dar. Die genaue Befragung durch den Arzt und die Darstellung früherer bzw. begleitender Krankheiten, Erkrankungen in der Familie, Medikamenteneinnahmen und Ernährungsgewohnheiten sind sehr wichtige Bestandteile der Vorgeschichte. Zur Klärung der Diagnose, aber auch um den weiteren Verlauf zu beurteilen, ist es wichtig, die Symptome und Beschwerden so genau wie möglich schildern zu können.
Steht der Schmerz im Mittelpunkt des Geschehens, ist vor allem das Wo, Wann und Wie von Bedeutung. Im Folgenden finden Sie einige Beispielfragen, die Ihr Arzt wahrscheinlich stellen wird:
Wo?
An welchen Stellen/Gelenken tritt der Schmerz auf? Sind eher einzelne und große Gelenke wie Knie oder die Hüfte oder vielmehr mehrere Gelenke auch in einem symmetrischen Muster betroffen? Strahlt der Schmerz in andere Körperregionen aus, oder ist es eher ein Ganzkörperschmerz?
Wann?
Ist der Schmerz plötzlich vorhanden, ist er immer da, entwickelt er sich allmählich oder ist er an bestimmte Tageszeiten gebunden? Können Sie aufgrund der Schmerzen nachts nicht mehr durchzuschlafen und/oder fühlen Sie sich morgens wie gerädert, da Ihnen der Schlaf nicht die nötige Erholung bietet?
Beeinflussen Faktoren wie z. B. Wärme oder Kälte Ihr Schmerzempfinden? Tritt der Schmerz bevorzugt bei Bewegung/Belastung oder eher bei Ruhe auf? Leiden Sie unter Anlaufschmerzen, d. h. Schmerzen treten besonders bei Belastung nach längerem Sitzen oder Ruhen auf und bessern sich unter Bewegung?
Wie?
Wie würden Sie Ihren Schmerz charakterisieren? Ist er beispielsweise brennend, stechend, stumpf, "elektrisierend" oder wandernd?
Anhand Ihrer Schilderung kann bereits der entzündliche vom degenerativen Schmerzcharakter (Verschleißerkrankung) unterschieden werden:
| Art des Gelenkschmerzes | Degenerativ | Entzündlich |
| Anlaufschmerz | Kurze Dauer (morgens) | Heftiger Morgenschmerz |
| Belastungsschmerz | Im Laufe des Tages | Bei jeder Belastung |
| Ruheschmerz | Kaum | Meist auch in Ruhe |
| Nachtschmerz | Keiner (außer Schulter) | Häufig |
| Dauerschmerz | In Spätfällen | Bei massiver Entzündung |
Des Weiteren wird es Ihren Arzt interessieren, ob Sie morgens unter steifen Gelenken, an trockenen Augen und Mund, an Allgemeinsymptomen wie Schwäche, Müdigkeit oder manchmal unter Fieber leiden. Um Ihren körperlichen Funktionsstatus zu beurteilen, werden Sie sicherlich Fragen zu Aktivitäten des täglichen Lebens gestellt bekommen, z. B. wie leicht es Ihnen fällt eine Flasche zu öffnen, sich zu kämmen, die Schuhe zuzubinden, zu gehen, sich hinzusetzen oder aufzustehen. Möglicherweise werden Sie im Verlauf Ihrer Erkrankung auch von Ihrem Rheumatologen gebeten den so genannten
HAQ-Fragebogen (Health Assessment Questionnaire) auszufüllen, um Veränderungen bei der Bewältigung des Alltages festzustellen.




