Rheumatoide Arthritis:
Beschwerden und Symptome

Schmerz, der ständige Begleiter

Die rheumatoide Arthritis ist eine entzündliche Erkrankung und was eine Entzündung bedeutet, hat bestimmt schon jeder am eigenen Leib erfahren: Zunächst ist es vielleicht ein kleiner Schnitt beim Kartoffelschälen oder eine Hautwunde durch einen Sturz: Möglicherweise tritt Blut aus der Wunde aus und nach kürzester Zeit kommen Schmerzen hinzu. Die Region um die Wunde entzündet sich - sie schwillt an, wird warm und rot. Die Funktion der Hautstelle ist bis zur Abheilung gestört bzw. eingeschränkt.

So kann man sich – wenn auch sehr vereinfacht - die Entzündung in den Gelenken vorstellen. Schmerz, besonders in Ruhephasen, tritt als ständiger Begleiter in das Leben der Betroffenen. Die Gelenke sind geschwollen, druckempfindlich und warm, sie lassen sich nach dem Aufstehen häufig eine Stunde oder länger kaum bewegen (Morgensteifigkeit). Im Laufe des Tages bessert sich die Beweglichkeit.

Bei vielen Patienten beginnt die rheumatoide Arthritis an den Gelenken der Finger, häufig auch an den Zehen. Von den großen Gelenken sind meist die Kniegelenke betroffen.

Grafische Übersicht betroffener Gelenke

Die Beschwerden treten an mehreren Gelenken in einem symmetrischen Muster auf – links und rechts sind häufig die gleichen Gelenke betroffen.

Wurden die Gelenkstrukturen angegriffen oder zum Teil zerstört, tritt der Schmerz bei Bewegung hinzu. Dieses Empfinden schränkt die Aktivität der Betroffenen schmerzhaft ein. Aus menschlich nachvollziehbaren Gründen werden die betroffenen Gelenke oft geschont, alltägliche Bewegungsabläufe werden zur Qual und weitestgehend gemieden. Doch eine extreme Schonhaltung könnte zur Versteifung der Gelenke führen bzw. andere Gelenke würden über das natürliche Maß hinaus strapaziert und weitere Schmerzen verursachen.

Auch ein Verlust an Knochenmasse (Osteoporose) kann beobachtet werden. Normalerweise ist ein Knochen hart wie ein Stein. Man mag es kaum glauben, aber er besteht dennoch aus lebendem Gewebe, das auf-, ab- und umgebaut wird. Ab dem 35. Lebensjahr ist dieser Prozess nicht mehr im Gleichgewicht: Der Abbau überwiegt den Aufbau mit der Konsequenz, dass die Knochendichte im Laufe der Jahre langsam abnimmt und der Knochen an Stabilität und Elastizität verliert. Bis zu einem gewissen Grad ist das ein normaler Alterungsprozess.

Wenn der Knochenabbau allerdings stark zunimmt, spricht man von Osteoporose, was mit "porösen Knochen" übersetzt werden kann.

Zu den Symptomen gehören unter anderem Knochenschmerzen, Fehlhaltungen und eine gesteigerte Neigung zu Knochenbrüchen ohne erkennbare Ursache (Spontanfraktur). Eine abwechslungsreiche Ernährung, regelmäßige körperliche Bewegung und der Verzicht auf Nikotin sind Möglichkeiten, mit denen Sie selbst Ihren Knochen helfen können.

Neben diesen Beschwerden kann sich die Erkrankung auch außerhalb der Gelenke darstellen. Medizinisch wird dies als extraartikuläre Manifestation bezeichnet. Hierzu zählen die so genannten Rheumaknoten, gummiartige Knoten unter der Haut, die sich häufig an Unterarmen in der Nähe des Ellenbogens oder nahe bei anderen Gelenken entwickeln. Ernsthafter sind Veränderungen innerer Organe, z. B. Herzbeutelentzündung, Lungenfibrose (das Lungengewebe vernarbt), Entzündungen des Auges oder kleiner Blutgefäße. Glücklicherweise kommen diese Ausprägungen der Erkrankung nur selten vor. Häufiger klagen die Patienten über chronische Augen- und Mundtrockenheit (Sicca-Syndrom), wenn Tränen- und Speicheldrüsen betroffen sind. Da der ganze Körper in das Erkrankungsgeschehen mit eingebunden ist, leiden die Betroffenen auch unter allgemeinen Symptomen wie Schwäche, Müdigkeit, Gewichtsverlust, Fieber oder Unwohlsein.