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Expertenrat CED Expertenrat - Gastroenterologie
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Patientenfrage:
Sehr geehrte Damen und Herren,
meine Schwester hat nun schon seit ihrem elften Lebensjahr (also knapp zwanzig Jahre) eine Colitis Ulcerosa. Ich selbst habe eine Proctitis Ulcerosa, was im Vergleich zu meiner Schwester, aber noch als „harmlos“ bezeichnet werden kann.
Sie musste aufgrund des schweren Verlaufs ihrer CU schon öfters stationär behandelt werden und muss durchgehend Cortison nehmen (sie war eigentlich nie auf 0), was sich auf ihre Sehstärke, ihr psychisches Befinden und kürzlich auch auf den Knochenbau ausgewirkt hat (eine Stufe vor Osteoporose).
Ich las gerade einen Bericht über die operative Entfernung des Enddarms bei CU in besonders schweren Fällen. Wäre dies eine Lösung für sie? Und ist dies überhaupt empfehlenswert? Ich habe gehört, man muss sehr lange nach der OP einen Katheter tragen und es kann auch zu Komplikationen kommen? Ich hoffe Sie können mir weiterhelfen, da ich gerne meiner Schwester weiterhelfen würde…
Beste Grüße,
B
Antwort unseres Experten:
Sehr geehrter Herr L.,
ein operatives Vorgehen ist immer in Therapieüberlegungen mit einzubeziehen und kann durchaus eine Alternative sein. Einen Katheter muss man nicht "lange postoperativ" tragen. Je nach Befund kann es erforderlich sein, vorübergehend einen künstlichen Darmausgang zu legen.
Eine Dauertherapie mit Kortison ist hingegen sicher keine Lösung - Sie sprechen einige der Nebenwirkungen an, die im Verlaufe einer Kortisontherapie leider immer zur erwarten sind. Ist denn mit Ihrer Schwester schon einmal eine Kortison-sparende immunsuppressive Therapie (z.B. mit Azathioprin) oder eine Antikörper-basierte Therapie (z.B. mit Infliximab) besprochen oder gar initiiert worden ?
Mit freundlichem Gruß.
Jan-Michel Otte
Patientenfrage:
Ich leide an einer leichten Form von Morbus Crohn.Nehme seit fast 3 Jahren budenofalk 9 mg täglich.Die Letzte Darmspiegelung war im Sommer 2010, seit dem wurde auch keine Kontrolle angeordnet ( weder Blutuntersuchung noch Spiegelung).Wie oft sollte kontrolliert werden?? Hatte meinen Arzt schon mal auf ein Ausschleichen der Medis angesprochen, er gab jedoch keine Zustimmung.( Fühle mich abgefertigt) Habe nun auch gelesen das Budenofalk eigentlich nicht zur Lanzeittherapie geeignet sei.( Osteoporose und die ganzen anderen Nebenwirkungen). 2tens würde ich gern Schwanger werden, habe nur Bedenken, ob das unter dieser Medikamention so eine gute Idee ist??( der Internist meint es wäre möglich ich sollte doch meinen Gynäkologen befragen, die Gynäkologin war sich nicht sicher!)
Ich danke für Ihre Antwort.
Antwort unseres Experten:
Sehr geehrte Frau K.,
wenn Sie sich in einer stabilen Remission befinden und in der letzten Spiegelung keine entzündlichen Läsionen oder gar Stenosen diagnostiziert wurden, kann auch ein medikamentöser Auslassversuch unternommen werden. Eine Schwangerschaft unter Budenofalk ist im Gegensatz zu anderen Medikamenten unbedenklich (www.embryotox.de).
Der Termin für die nächste Spiegelung hängt von dem bisherigen Verlauf (Dauer und Ausmaß der Erkrankung) ab - im Moment sind Sie - wenn keine Besonderheiten vorliegen - aber noch im "Grünen Bereich".
Alles Gute.
Jan-Michel Otte
Patientenfrage:
Sehr geehrte Damen u. Herren, bei mir wurde nach einer Coloskopie das Bild einer CU nicht eindeutig nachgewiesen. Untypisch wies das Rectum keine Entzündungszeichen auf.Die Schleimhaut war ansonsten entzündet.Die Therapie mit Salufalk Granustix mußte ich absetzen, da die Leberwerte stark anstiegen.Ich nehme jetzt Entocort 3mg seit 3 Wochen. Es sind immer noch 3-6 Stühle täglich. Ist die Dosis zu schwach oder Ist es vielleicht doch eine andere Grundursache. Das Blut wurde natürlich vorher schon auf versch. Erreger u. Viren geprüft o. Befund.Ich habe seit 4 Monaten die beschriebenen Probleme und komme einfach nicht weiter.Vielen Dank schon mal. MfG.
Antwort unseres Experten:
Sehr geehrter Herr P.,
zunächst empfehle ich eine Untersuchung von Stuhlproben, mindestens drei, welche an unterschiedlichen Tagen entnommen wurden. Blutproben sind bei der Fragestellung nach einer Infektion des Magen-Darm-Traktes nur bedingt hilfreich.
Sollte sich der Verdacht auf eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung bei Ihnen erhärten, sollte zunächst eine Kortisonstosstherapie durchgeführt werden. Bei Mesalazinunverträglichkeit könnte eine Erhaltungstherapie dann bei Vorliegen einer Colitis ulcerosa auch mit einem probiotischen Präparat (Mutaflor 2 x 100 mg) durchgeführt werden. Die derzeit durchgeführte Therapie mit 1 x 3 mg Entocort ist zu niedrig dosiert und sollte auf 3 x 3 mg oder 1 x 9 mg erhöht werden.
Bei diskontinuierlichem Befall, d.h. bei Aussparung des Rektums, muss differentialdiagnostisch auch an einen M. Crohn gedacht werden. Hier empfiehlt sich zunächst eine weitergehende Diagnostik des oberen Verdauungstraktes mittels Magenspiegelung und eine Dünndarmdarstellung mittels MRT (MR-Sellink), um alle entzündlich veränderten Bereich zu erfassen.
Mit freundlichem Gruß.
Jan-Michel Otte
Patientenfrage:
Hallo,
ich habe seit einem Jahr eine colitis (proctitis ulcerosa) und bisher nur bei Blutungen 3x 250 gr. Mesalazin Zäpfchen verschrieben bekommen. Die Blutung war meist nach einigen Tagen weg und nachdem die Packung leer war, habe ich sie, wie abgesprochen mit dem Arzt, wieder abgesetzt - keine Nebenwirkungen.
Ich habe jetzt den Arzt gewechselt und der hat mir seit Mitte Oktober 3 Gramm Mesalazintabletten sowie ein 500 mg Zäpfchen täglich verschrieben. Drei Wochen später habe ich Kopfschmerzen (verbunden mit heißem Gesicht), Gliederschmerzen und Schwächanfälle bekommen. Ende Dezember noch ein atypische Pneumonie, hervorgerufen durch eine Allergie. Das ging jetzt seit drei Monaten so, und ich bin von Arzt zu Arzt gerannt (CT, HNO, großes Blutbild, nichts) - der Stress war für meine Colitis nicht gerade förderlich. Das Mesalazin habe ich weitergeschluckt, weil ich nie darauf gekommen wäre, dass es das Mesalazin sein könnte. Letzte Woche hat der Hausarzt meiner Eltern gemeint, ich solle die Tabellten samt Zäpfchen vierzehn Tage absetzen. Die Zäpfchen habe ich bis gestern (wegen Beschwerden) weiter genommen und die Tabletten seit fünf Tagen abgesetzt - zudem meinte er, dass die Dosis für den relativ einfachen Verlauf meiner Colitis zu hoch sei..
Daher die Frage: können diese extremen Beschwerden von einem dreimonatigen Gebrauch Mesalazin herrühren? Wenn ja, wie lange dauert es bis sie weg sind bzw. kann ich das beschleunigen? Mein Gastroenterologe hat diese Woche für mich leider keinen Termin frei.
Ich hoffe jemand weiß was dazu.
vielen Dank und beste Grüße
Antwort unseres Experten:
Sehr geehrter Herr L.,
Ihre Beschwerden klingen nicht typisch für eine Arzneimittelunverträglichkeit. Dennoch könnte man bei einer Colitis ulcerosa und Vorliegen einer Mesalazinunverträglichkeit die Erhaltungstherapie ganz natürlich mit einem probiotischen Präparat (Mutaflor 2 x 100 mg) durchführen. Prinzipiell gilt ansonsten: topischer Befall wird topisch behandelt, d.h. wenn Sie "nur" eine Proktitis ulcerosa haben und bisher mit einer Therapie mittels Suppositorien (Zäpfchen) gut zurecht gekommen sind, gibt es keinen Grund, Ihnen Tabletten oder Granulat zu verschreiben. Bei unzureichender Wirkung würde ich die Therapie zunächst "vor Ort" erhöhen, beispielsweise durch Einläufe oder Schäume und ggf. um ein topisches Steroidpräparat wie beispielsweise ein Budenosidschaum ergänzen. Auch eine Ergänzung der Therapie nur am Wochenende - wenn in der Regel mehr Zeit für solche Therapieformen vorliegt - kann einen zusätzlichen Nutzen bringen.
Wünsche Ihnen alles Gute.
Jan-Michel Otte
Patientenfrage:
Dringende Frage zur geplanten Implantat-OP und Behandlung mit Antibiotika.
Ich habe seit Anfang 2011 eine festgestellte linksseitige CU. Auslöser Antibiotikabehandlung.Die CU ist seit August 2011 soweit mit Medikamenten zurückgedrängt,so das ich jetzt 1,5 g Mesalazin (Sticks) tgl. einnehme. Jetzt habe ich am 04.01.2012 eine Implantat-OP die vorbeugend mit Antibiotika behandelt werden soll. Jetzt meine Frage, ich weiß das mein erster intensiver Schub durch eine Antibiotikabehandlung (Blasenentzündung) ausgelöst wurde und jetzt sind meine bedenken das alles von vorne beginnt. Wie soll ich das machen, oder kann man "Schonende Antibiotika" geben. OP muss aber auch sein, Verdauung fängt im Mund an. Für eine schnelle Beantwortung danke ich im voraus.
B. R.
Antwort unseres Experten:
Sehr geehrter Herr R.,
Sofern möglich, sollten bei Patienten mit CED Antibiotika verwendet werden, die "darmverträglich" sind. Dazu gehören z.B. Ciprofloxacin und Metronidazol. Sofern es möglich ist, beide oder eines der beiden Antibiotika zur Prophylaxe zu verwenden, wäre das die beste Wahl. Es kann aber auch sein, dass andere Antibiotika gewählt werden müssen- das hängt von der Art des geplanten Eingriffs ab. Sie sollten Ihrem behandelnden Chirurgen auf alle Fälle mitteilen, dass Sie ein CED-Patient sind- er wird dann das geeignete Antibiotikum auswählen, sofern möglich. Manchmal ist es aber notwendig, ein Antibiotikum auszuwählen, das auch einmal einen Schub auslösen kann. Wenn die Operation aber, wie Sie ja geschrieben haben, unumgänglich ist, muss man möglicherweise dieses Risiko eingehen!
Mit freundlichen Grüßen
Dr. S. Nikolaus
Patientenfrage:
Sehr geehrte Damen und Herren, neue Studien sollen belegen, dass das Medikament Myrrhinil-Intest wie Mesalanzin wirken soll. Gerne würde ich es selbst testen mit meiner CU. Wie sollte ich die Umstellung vornehmen. Von meinen Ärzten habe ich keine Antwort erhalten, da Sie lieber auf die traditionelle Schulmedizin verweisen. Aktuell nehme ich mind. 1x täglich ein Zäpfchen. Sollte ich beide Medikamente zusammen nehmen und das eine langsam absetzen? Was schlagen Sie als Experten vor?
Antwort unseres Experten:
Sehr geehrter Herr S.,
es gibt derzeit keine kontrollierten Studien zu diesem Präparat bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Auch in der Fachinformation findet sich lediglich der Satz: "Traditionell angewendet zur Unterstützung der Magen-Darm-Funktion. Diese Angabe beruht ausschließlich auf Überlieferunug und langjähriger Erfahrung". Diese Aussage bezieht sich allerdings lediglich auf die Darreichungsform als überzogene Tabletten. Eine Darreichungsform als Suppositorien ist mir nicht bekannt und habe ich auch bei einer Internetrecherche nicht gefunden. Die wirksamen Substanzen dieses Präparats sind Myrrhe, Kaffeekohle und Kamillenextrakt.
Aufgrund der derzeitigen fehlenden Klinischen Studien zu diesem Präparat bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, kann ich Ihnen auch keine Empfehlung zur Anwendung geben. Keinesfalls würde ich raten, das Mesalazinpräparat abzusetzen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. S. Nikolaus
Patientenfrage:
Hallo habe ein für mich momentan riesen problem und angst. Durch azathioprin bekam ich nach der ersten tablette probleme mit der bauchspeicheldrüse :-(, der arzt meinte ich solle nach den befunden jetz erstmal keine tablette mehr nehmen. Der ultraschall bestätigte das mit der bauchspeicheldrüse, sie ist dank der früherkennung noch nicht hochgradig fortgeschritten. Sitz jetz grad ratlos da, ich soll das medikament jetz weglassen, ist auch ok, aber was mach ich mit prednisolon, das ich sonst ja gut vertrag und mir bei der colitis gut half. Oder auch der antibabypille? Die hausärztin, die den ultraschall machte, sagt ja weiternehmen. Jetz bin ich unschlüssig ob das die entzündung bzw. Heilung durch jetz fettarme kost nicht grad begünstigt? Oder macht das nix wenns nicht von kortison kam?! Vielen lieben dank für ihre antwort
Antwort unseres Experten:
Sehr geehrte Frau H.,
ich kann verstehen, dass Sie sich sorgen- eine Bauchspeicheldrüsenentzündung ist ja eine sehr unangenehme Sache. Sie können allerdings ihr Kortison weiternehmen. Bei der Antibabypille sieht das etwas anders aus. Die Hormone, die in der Antibabypille enthalten sind, können sich ungünstig auf eine Bauchspeicheldrüsenentzündung auswirken und einige Präparate sind hier kontraindiziert. Sie müssten das daher mit Ihrem behandelnden Gastroenterologen oder Internisten abklären, ob Sie "Ihre" Pille weiternehmen können. Ein weiteres Problem, weshalb Sie unbedingt mit Ihrem Gastroenterologen sprechen müssten, ist, dass Sie das Azathioprin ja nicht grundlos verschrieben bekommen haben. Da Sie ja eine Bauchspeicheldrüsenentzündung als Nebenwirkung bekommen haben und das Präparat also nicht weiternehmen können, muss man sich um eine alternative Therapie bemühen, damit die Colitis nicht wieder aufblüht bzw. sich bessert.
Mit freundlichem Gruß
Dr. S. Nikolaus
Patientenfrage:
Hallo,
Nach einer mesalazinunverträglichkeit und nicht sonderlicher verbesserung durch mutaflor, verschrieb mir mein gastroenterologe azathioprin. Mit prednisolon zusammen sollt ich es versuchen. Nach einigen bedenken versuchte ich es. Die vorstellung nach einem halben jahr des schubes, war doch sehr verlockend :-/. Leider bekam ich nach 3 tagen 50 mg einnahme beschwerden, die der arzt nach blutentnahme der bauchspeicheldrüse zuschrieb. Darf es jetzt nicht mehr nehmen. Muss jetzt weiter mit cortison erstmal behandeln. Habe jetzt angst, da er meinte es gäbe nur noch stärkere immunsuppressiva, das ich gar nix mehr vertrage :-(. Kann das sein das ich was stärkeres doch noch nehmen kann? Danke für ihre antwort.
Antwort unseres Experten:
Sehr geehrte Frau H.,
leider ist eine Bauchspeicheldrüsenentzündung eine zwar seltene aber ernstzunehmende Nebenwirkung, die nach Einnahme von Azathioprin auftreten kann. Leider können Sie das Azathioprin dann auch nicht mehr einnehmen, da diese Komplikation dann erneut auftreten würde.
Als weitere Möglichkeit der Behandlung können bei Ihnen jedoch noch Präparate eingesetzt werden, die völlig anders aufgebaut sind als das Azathioprin. Es stehen hier eine ganze Reihe anderer Präparate zur Verfügung. Sicherlich sind dies alles natürlich auch Medikamente, die potentiell Nebenwirkungen haben können. Es ist aber nicht so, dass man diese zwangsläufig auch bekommt, wenn man ein anderes Präparat wie das Azathioprin nicht vertragen hat.
Die Alternative- Kortison als Dauermedikation weiterzunehmen ist eine ganz schlechte Wahl, da Kortison bei dauerhafter Einnahme meist immer schlechter wirkt und man bei Langzeiteinnahme SICHER Nebenwirkungen bekommt. Dazu zählen dünner werdende, leicht verletzliche, brüchige Haut, Gewichtszunahme und Knochenentkalkung um nur einige der Nebenwirkungen von Kortison zu nennen
Mit freundlichen Grüßen
Dr. S. Nikolaus
Patientenfrage:
Welche Probleme können bei einer Dünndarmoperation bei akutem morbus crohn auftreten?
Antwort unseres Experten:
Sehr geehrter Patient, sehr geehrte Patientin,
leider ist Ihre Frage sehr allgemein formuliert und daher so pauschal nicht zu beantworten.
Ganz allgemein hat der Dünndarm die Funktion der Aufnahme von Nährstoffen, wobei jeder Dünndarmabschnitt für die Aufnahme bestimmter Substanzen zuständig ist. Werden nun große Anteile des Dünndarms entfernt, können bestimmte Nährstoffe nicht mehr aufgenommen werden und müssen als Injektion über die Vene oder in den Muskel dem Körper regelmäßig zugeführt werden. Dies kann so weit gehen, dass, wenn die Länge des entfernten Dünndarms zu groß oder anders ausgedrückt der verbleibende Rest des Dünndarms zu gering ist, sogar eine völlständige parenterale Ernährung (=Ernährung mit flüssigen Nahrungsbestandteilen über die Vene) erfolgen muss. Man spricht hier von einem sog. "Kurzdarmsyndrom" welches auftritt, wenn weniger als 1 m Dünndarm nach einer Operation übrigbleibt (Normalerweise ist der Dünndarm etwa 4m lang). Bei Operationen am Dünndarm sollte also immer nur so wenig wie möglich und nur so viel wie unbedingt nötig entfernt werden.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. S. Nikolaus
Patientenfrage:
Gibt es für Remicade-Patienten besondere Empfehlungen bzgl. von Haustieren übertragbaren Infektionskrankheiten, bzw. zur Haltung von Haustieren im Allgemeinen?
Antwort unseres Experten:
Sehr geehrter Herr S.,
Für mit Remicade- behandelte Patienten gelten keine besonderen Einschränkungen im Bezug auf die Auswahl oder den Verzicht auf Haustiere. Da es sich bei Remicade allerdings um ein Medikament handelt, welches die Immunabwehr unterdrückt, sollte auf besonders intensiven Kontakt mit dem Haustier wie intensives Knuddeln mit Gesichtskontakt und Zulassen, dass das Haustier mit im Bett schläft, verzichtet werden. Auch auf das Händewaschen nach dem Streicheln eines Hundes oder einer Katze sollte geachtet werden. Diese Maßnahmen sind in der Regel auch für Immunsupressiva- behandelte Patienten ausreichend um sich vor durch Tiere übertragbare Infektionskrankheiten zu schützen.
Mit freundlichen Grüßen
S. Nikolaus
Patientenfrage:
Im Jan.2011 ist eine linksseite CU festgestellt worden die bis August mit 2x3 Salofalk 500 und Schaum (Kortison) behandelt wurde, danach Reduziert auf 1x3Stück. Jetzt ist alles so weit in Ordnung so das ich eigentlich der Meinung bin wieder ohne Medikamente auskommen zu können. Meine Frage ist jetzt muss ich die Salofalk 500 (3Stück vor dem Frühstück)ein Leben lang einnehmen und es hat ja jedes Medikament so seine Nebenwirkungen.
mit freundlichen Grüssen B. R.
Antwort unseres Experten:
Sehr geehrter Herr R.,
Leider kann eine Colitis ulcerosa mit Medikamenten aktuell nicht geheilt werden. Es kann lediglich der Verlauf günstig beeinflusst werden. Das Mesalazin, das bei Ihnen zur Therapie der Colitis eingesetzt wird, hat neben einem direkten entzündungshemmenden Effekt auch eine sog. remissionserhaltende Komponente. D.h. es hilft auch, dass der nächste Schub (der mit Sicherheit irgendwann kommen wird) später und abgeschwächter ausfallen wird. Das Mesalazin hat ausserdem noch eine weitere Wirkung: Sicherlich wissen Sie, dass Patienten, die eine Colitis ulcerosa mit chronischem Verlauf haben, über die Jahre ein erhöhtes Risiko entwickeln, einen Darmkrebs zu bekommen. Deshalb sollten dann auch regelmäßig Darmspiegelungen zur Kontrolle durchgeführt werden. In Studien konnte gezeigt werden, dass Mesalazin dieses Krebsrisiko senkt.
In der Regel werden Mesalazinpräparate sehr gut vertragen und die Nebenwirkungsraten sind gering. Es ist daher wirklich empfehlenswert, das Mesalazin regelmäßig einzunehmen... auch wenn man sich gut fühlt!
Mit freundlichen Grüßen
S. Nikolaus
Patientenfrage:
ich bin an naturheilkundlichen möglichkeiten f m behandlung interessiert, da ich so aufgewachsen bin. ich habe b den lesbaren antworten erfahren, dass sie im klinikum
solch eine abteilung haben. . dies schrieb jan michel otte. leider bin ich aber in frankfurt. kennen sie dort eine ähnliche beratung in einer klinik. bisher habe ich noch keinen solchen gastro-enterologen getroffen. danke danke danke und gruß von m.
Antwort unseres Experten:
Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,
leider kann ich selbst Ihnen diesbezüglich nicht weiterhelfen. Sie können aber über z.B. über die Patientenorganisation DCCV (www.dccv.de) oder das Kompetenznetz CED (www.kompetenznetz-ced.de) solche Informationen einholen. Ich bitte aber zu bedenken, dass naturheilkundliche Verfahren als alleinige Therapie immer kritisch zu sehen sind: Als unterstützende oder begleitende Verfahren sind sie ohne Frage von hohem Stellenwert, bei chronisch-aktiven oder komplizierten Verläufen sind naturheilkundliche Verfahren als alleinige Therapie nicht geeignet und können zu schweren Komplikationen führen.
Mit freundlichem Gruß
S. Nikolaus
Patientenfrage:
Hallo,
2003 wurde bei mir Colitis diagnostiziert und mit Prednisolon + Mesalazin behandelt. Von 2004 bis 2008 war ich dadurch vollkommen Beschwerde frei. Der Schub in 2008 konnte mit Mesalazin in den Griff bekommen werden. Seit 2009 muss ich jedoch regelmäßig Prednisolon nehmen, da ich seitdem immer wieder Schübe habe, die bei mir immer dann auftreten, wenn ich starkem Stress (vor allem psychisch) ausgesetzt bin. Seit ca. 6 Monaten macht mein Internist regelmäßig Blutuntersuchungen und Ultraschallbilder von der Darmwand. Im Blut sind die Entzündungswerte IMMER im normalen Bereich und die Darmwand zeigt keine Veränderungen, wie dies bei Colitis eigentlich der Fall wäre. In meiner Verzweiflung habe ich einen Heilpraktiker aufgesucht, da ich endlich vom Prednisolon runter möchte. Dieser hat diverse Laboruntersuchungen veranlasst, wodurch einige Nahrungsmittelallergien bei mir diagnostiziert wurden (div. Früchte, Nüsse, Milch, etc). Zusätzlich wurde auch eine Laktoseinteloranz festgestellt. Da ich momentan wieder teils starke Durchfälle (jeweils OHNE Blut) habe und die Entzündungswerte im Blut sowie die Ultraschallbilder keine Entzündung zeigen, weiß ich nicht mehr weiter. Die Ärzte wollen wir alle Azathioprin geben, obwohl die Hinweise auf eine Entzündung nicht vorhanden sind. Was kann ich noch tun um die Sache final abklären zu lassen (eine Koloskopie wurde erst vor einigen Monaten Durchgeführt und der Internist geht trotz allem von Colitis aus)?
Vielen Dank für Ihre Hilfe!
Antwort unseres Experten:
Sehr geehrter Herr F.,
eine definitive Abklärung kann in Ihrem Falle nur durch eine Koloskopie mit Probenentnahme stattfinden. Wenn im Ultraschall alles in Ordnung ist, im Blut keine erhöhten Entzündungswerte festzustellen sind und in der Darmspiegelung keinerlei Entzündungszeichen zu sehen sind und auch in den Proben, die im Rahmen der Spiegelung ja immer mit abgenommen werden sollten, auch nichts zu finden ist, brauchen Sie weder Kortison noch Azathioprin um Ihre Beschwerden zu behandeln. Dann müsste unbedingt gesucht werden, wo Ihre Durchfälle sonst herkommen könnten. Auch wenn man eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung hat, schließt das nicht aus, dass man möglicherweise noch andere Ursachen für Durchfälle finden kann, die mit der CED nichts zu tun haben. Dazu zählen zum Beispiel die von Ihnen erwähnten Unverträglichkeiten von bestimmten Früchten (das spricht für das Vorliegen einer Fructoseintoleranz) und Milch (das spricht für das Vorliegen einer Lactoseintoleranz) , die dann gut mit einer Diät zu behandeln sind. Dafür müssten bei Ihnen noch bestimmte Tests (Atemtests) durchgeführt werden, um das sicher zu beweisen.
Da Sie die Beschwerden JETZT haben bei normalem Ultraschall und normalen Blutwerten sollte aber auf jeden Fall der Darm noch einmal endoskopisch kontrolliert werden.
Mit freundlichen Grüßen
S. Nikolaus
Patientenfrage:
Hallo
Ich wurde im Mai 2008 an einem Abzess operiert dabei wurde eine Fistel festgestellt sie wurde gespalten und Faden eingelegt. Dann 3-4 Wochen später starke Durchfälle und Gewichtabnahme von 85 kg auf 54 kg. Dann im Oktober Not OP und 15 cm Darm entfernt Künstlicher Darmausgang bis heute. Es wurde danach Morbus Crohn diagnostiziert. Mit Salofalk entlassen worden.
Keine Besserung festgestellt. Zum Proktologen überweisen lassen, der Salofalk abgesetzt hat und mir Azateoprin verschrieben hat. Dann Besserung, regelmäßig MRT untersuchungen und Labor. Beim MRT wurde erst eine ständige verkleinerung der Fistel festgestellt. Jetzt von Dezember 2010 bis jetzt stillstand. Also, die Fistel ist noch vorhanden und sichtbar, bereitet mir aber keine Probleme. Laborwerte sind immer OK. Nach Kontrollgespräch mit dem Proktologen soll ich mich im Krankenhaus den Chirurgen vorstellen zwecks OP. Muss Operiert werden, man sagt die Chirurgen Operieren sich tot, Kann es sein, dass die Fistel sich verkapselt hat oder ist vielleicht nur Narbengewebe auf den MRT-Aufnahmen sichtbar.
Was ist Ihre Meinung?
Antwort unseres Experten:
Sehr geehrter Herr S.,
mit Medikamenten lassen sich Fisteln zum Teil "Trockenlegen" und "Verschließen" - leider jedoch nicht alle, so dass dann zur vollständigen Entfernung eine Operation notwendig ist. Die Fistel ist dann nicht verkapselt, sondern nur trocken. Ob aber lediglich nur Narbengewebe im MRT sichtbar ist, kann Ihnen der Radiologe sagen.
In jedem Fall war die Umstellung Ihrer Behandlung auf Azathioprin richtig. Salofalk war zur Behandlung ihres Crohns nicht ausreichend und wird es auch nicht sein. Ohnehin wird die Wirksamkeit dieses Medikamentes bei Morbus Crohn kontrovers diskutiert.
Wünsche Ihnen alles Gute.
Jan-Michel Otte
Patientenfrage:
ich habe seit ca. 26 jahre morbis chron.es wurde aber erst vor 2jahren festgestellt.ich habe so einiges hinter mir.meine gelenke sind von arthrose befallen.die finger sind schon stark verformt und ich habe am ganzen körper schmerzen.darf aber keine schmerzmittel nehmen.habe beim versorgungsamt einen antrag auf schwerbeschädigung gestellt und trotz wiederspruch nur 20 protzent bekommen .ich werde jetzt klagen. wer kennt einen spezializten der beide krankheiten zusammen behandelt?
Antwort unseres Experten:
Sehr geehrte Frau L.,
wenn die Arthrose durch eine Entzündung der Gelenke durch den M. Crohn verursacht ist, dann sollte zunächst eine intensive Behandlung Ihres M. Crohn erfolgen. Ein Spezialist hierfür ist ein Gastroenterologe. Mit chronischen Gelenkerkrankungen kennt sich eine Rheumatologe am besten aus. Ich kann Ihnen in Ihrer Region leider keinen Sepzialisten nennen. Die nächsten mir bekannten finden Sie in der Medizinischen Klinik des Klinikums Lüneburg.
Mit freundlichem Gruß, alles Gute.
Jan-Michel Otte


