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Psoriasis: Äußerliche Behandlung durch topische Medikamente
Bei den meisten Psoriatikern liegen nur vereinzelte psoriatische Herde vor, die vorzugsweise lokal von außen (Topisch) behandelt werden. Die Präparate unterscheiden sich in ihrer Wirkweise und -stärke, in der Häufigkeit der Anwendung (ein- bis mehrmals täglich) und in der Möglichkeit zur langfristigen Behandlung. Auch die Zeitspanne bis zur Besserung der Hauterscheinungen kann unterschiedlich lang ausfallen. Die Darreichungsformen sind vielfältig und der Behandlung verschiedener Körperareale angepasst so werden beispielsweise Cremes, Salben, Gele, Lotionen oder Lösungen angeboten. Bei Kindern ist die starke Hautdurchlässigkeit zu berücksichtigen. Dies könnte dazu führen, dass trotz äußerlicher Anwendung die Wirkstoffe dem Körpersystem zugeführt werden und ihre Wirkung nicht nur auf die Haut begrenzt bleibt.
Glukokortikoide
Glukokortikoid-Präparate sind auch unter den Bezeichnungen Steroid- oder Kortison-Präparate bekannt. Sie wirken entzündungshemmend. Die Mehrzahl der verschiedenen Psoriasis-Varianten spricht rasch auf topische Glukokortikoide an. Die Behandlung sollte bis zur Besserung fortgesetzt werden, jedoch nicht länger als insgesamt 3-4 Wochen andauern. Eine großflächige Verwendung sollte vermieden werden
(> 20% der Körperoberfläche).
Um die Wirkung an Händen oder Fußsohlen zu verstärken, können die betroffenen Areale nach Auftragen der Präparate auch 4-6 Stunden pro Tag eingewickelt werden.
Bei sachgemäßer Anwendung - kurzfristig und nicht großflächig - zeichnen sich die topischen Kortikoide durch eine gute Wirksamkeit und Verträglichkeit aus. Mit Produkten der neueren Generation wurde zudem die Effektivität verbessert unter gleichzeitiger Reduktion möglicher Nebenwirkungen.
Salicylsäure
Salicylsäure hat sich zur Lösung der Schuppen bei Psoriasis an der Haut und im Kopfhaar bewährt. Die Anwendung bei Kindern oder bei großflächigem Hautbefall wird jedoch nicht empfohlen.
Durch Salicylsäure wird die Verhornung der Haut vermindert und die Schuppen gelöst. Gleichzeitig wird dadurch der Weg für andere topische Medikamente bereitet, so dass diese auch in die Haut eindringen und dort optimal wirken können. Dem entsprechend wird Salicylsäure häufig vor oder gleichzeitig mit anderen antientzündlichen Präparaten angewendet.
Mittlerweile wurden Kombinationsprodukte zur einmal täglichen Anwendung entwickelt, die sowohl Salicylsäure als auch entzündungshemmende Wirkstoffe, wie beispielsweise Glukokortikoide, enthalten.
Abkömmlinge des Vitamin D
Abkömmlinge des Vitamin D (Calcitriol, Calcipotriol, Tacalcitol) werden als Wirkstoffe topischer Therapien bei Psoriasis verwendet. Sie nehmen Einfluss auf die gestörte Zellvermehrung der Keratinozyten in der Oberhaut und auf die Aktivität von Immunzellen wie beispielsweise der T-Zellen. Die Produkte können im Anschluss an eine vorherige Kortikoid-Behandlung oder als initiale Therapie verwendet werden. Sie zeichnen sich besonders durch die Möglichkeit der langfristigen Anwendung aus. Jedoch wird empfohlen, eine Behandlung von mehr als 30% der Körperoberfläche über einen längeren Zeitraum zu vermeiden. Bei gleichzeitiger Phototherapie sollten die Vitamin D-Präparate erst nach erfolgter Bestrahlung angewendet werden, da sie das Licht filtern und durch die Strahlung chemisch verändert werden.
Topische Retinoide
Tazaroten ist ein Abkömmling des Vitamin A (Retinol) und hemmt die Zellvermehrung in der Oberhaut. Des Weiteren fördert es die Entwicklung von Zellen und wirkt demnach der gestörten Entwicklung der Keratinozyten bei der Psoriasis entgegen. Die Anwendung sollte auf 10% der Körperoberfläche begrenzt erfolgen. Die Wirkung ist im Vergleich zu anderen topischen Präparaten eher schwach, lässt sich in Kombination mit der Phototherapie jedoch verstärken.
Dithranol
Dithranol wurde früher aus dem Harz eines brasilianischen Baumes (Andira araroba) gewonnen und ist heute eine teerähnliche, synthetisch hergestellte Substanz. Dithranol, auch unter den Namen Anthralin oder Cignolin bekannt, wird vor allem zur Behandlung der Plaque-Psoriasis eingesetzt.
Dithranol wirkt ebenfalls hemmend auf die gesteigerte Zellvermehrung der Keratinozyten und auf die Aktivität von Immunzellen. Zusätzlich wird das Anlocken weiterer Zellen des Immunsystems zum Ort des Geschehens vermindert. Dithranol wird lokal mit steigender Wirkstoffkonzentration oder als Kurzkontakt-Therapie von jeweils wenigen Minuten Dauer in hohen Konzentrationen angewendet. Eine Besserung der psoriatischen Plaques tritt zwar in der Regel nicht so rasch wie unter Steroiden ein, die Anwendung kann jedoch über einen langen Zeitraum erfolgen. Je nach gewählter Form des Dithranols können Braunfärbungen der umgebenden Haut, Kleidung und der sanitären Einrichtungen (Waschbecken, Badewanne) auftreten. Aufgrund möglicher Hautreizungen sollte Dithranol bei psoriatischer Erythrodermie und bei Varianten mit Pusteln nicht angewendet werden. Die Psoriasis pustulosa palmaris et plantaris stellt eine Ausnahme dar; der Einsatz ist bei dieser pustulösen Form möglich.
Teer
Teer wird schon sehr lange zur Behandlung der Psoriasis eingesetzt. Teerhaltige Produkte hemmen die beschleunigte Zellteilung der Keratinozyten und werden in der Regel 2- bis 3-mal täglich auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen. Die Haut kann bei der Therapie gegenüber Licht sensibilisiert werden unkontrollierte Lichtbestrahlung sollte demnach vermieden werden. Ebenso sollten Kinder nicht mit teerhaltigen Produkten behandelt werden. Viele Patienten empfinden den Geruch und die Verfärbungen als unangenehm.

Psoriasis 

