Psoriasis: Was ist die Ursache?

Die Ursache der Psoriasis ist nach wie vor nicht vollständig aufgeklärt. Man geht heute davon aus, dass verschiedene Faktoren für die Entstehung verantwortlich sind:

  • Genetische Faktoren
  • Provokationsfaktoren
  • Immunfaktoren

Eine familiäre Häufung der Psoriasis ist seit langem bekannt. Hat beispielsweise ein Elternteil Psoriasis, liegt das Risiko für das Kind ebenfalls zu erkranken bei etwa 14%; sind beide Eltern betroffen, wird eine Steigerung auf 41% beobachtet. Bisher konnte die Erkrankung keinem bestimmten Gendefekt zugeordnet werden. Man geht davon aus, dass krankheitsverursachende Informationen an verschiedenen Stellen im Erbgut vorliegen können und eine gewisse Empfänglichkeit für die Erkrankung bilden. Genetische Faktoren stellen lediglich eine mögliche Komponente für die Entwicklung der Psoriasis dar – liegen diese vor, so bedeutet es nicht zwangsläufig, dass die Erkrankung ausbricht.

Es bedarf demnach zusätzlicher Faktoren, um die Psoriasis auszulösen oder um einen Krankheitsschub bei einer bestehenden Schuppenflechte zu provozieren.

Ohne den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben, zählen zu den so genannten Trigger- oder Provokationsfaktoren der Psoriasis unter anderem:

  • bakterielle Infektionen – insbesondere durch Streptokokken (z. B. Mandelentzündung oder Angina)
  • Medikamente – z. B. β-Blocker und ACE-Hemmer gegen Bluthochdruck, Lithium gegen Depressionen oder Chloroquin/Hydrochloroquin zur Malariaprophylaxe bzw. zur Behandlung rheumatologischer Erkrankungen
  • Verletzung der Haut – z. B. durch Bisse, Kratzstellen, Sonnenbrand, Tätowierungen, Operationsnarben oder Verbrennungen ("Koebner-Phänomen")
  • Klimatische Faktoren und jahreszeitliche Unterschiede (kälteres Klima)
  • Psychische Faktoren – z. B. Beziehungsprobleme, Prüfungssituationen, Probleme am Arbeitsplatz, finanzielle Belastungssituationen
  • Übergewicht
  • Übermäßiger Alkoholkonsum und Rauchen

Es gilt heute als gesichert, dass bei der Psoriasis eine gestörte Aktivität der körpereigenen Abwehr bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der Entzündung im Vordergrund steht. Die genetische Komponente und Provokationsfaktoren beeinflussen diese Fehlsteuerung des Immunsystems. Man geht davon aus, dass das Immunsystem gegen den eigenen Körper agiert – die Psoriasis wird daher auch als Autoimmunerkrankung (griechisch: autos = selbst) bezeichnet (siehe Was passiert in der Haut?).