Psoriasis: Innerliche Behandlung durch systemische Medikamente
Systemische Medikamente kommen zum Einsatz, wenn die Behandlung mit topischen Medikamenten, auch in Kombination mit der Phototherapie, nicht ausreichend erfolgreich ist. Welche Präparate angewendet werden, richtet sich wiederum nach Art und Schweregrad der Psoriasis und dem bisherigen Krankheitsverlauf.
Ciclosporin
Ciclosporin hemmt bestimmte Botenstoffe des Immunsystems (z. B. Interleukin-2), die für die überschießende Aktivität der T-Zellen bei Psoriasis mitverantwortlich sind. Auch das Anlocken weiterer Zellen des Immunsystems zum Ort des Geschehens wird vermindert. Ciclosporin kann als Kapsel oder Trinklösung eingenommen werden. Es wird bei schwereren Formen der Psoriasis, insbesondere vom Plaque-Typ angewendet. Die Therapie kann zur Rückbildung der Hauterscheinungen innerhalb von 4-6 Wochen bzw. zu einer völligen Erscheinungsfreiheit führen. Eine Kombination mit der Phototherapie darf nicht erfolgen.
Methotrexat
Methotrexat wird als Tablette eingenommen oder in Spritzenform dem Körper zugeführt. Unter der Therapie werden die Zellteilung und das Entzündungsgeschehen gehemmt. Methotrexat kann Hautveränderungen der Psoriasis wesentlich verbessern, insbesondere bei pustulösen Formen. Für die eigene Erwartungshaltung ist es wichtig zu wissen, dass die Wirkung der Therapie verzögert eintritt, d. h. nach mehreren Wochen bis Monaten. Die erzielte Verbesserung kann durch eine langfristige Gabe von Methotrexat beibehalten werden.
Fumarsäureester
Eine weitere Option zur Therapie der schwereren Psoriasis vulgaris stellen Fumarsäureester dar. Sie wirken ebenfalls hemmend auf die Hautzellen (Keratinozyten) und auf die Aktivität verschiedener Immunzellen. Die Therapie erfolgt mit einer Dosissteigerung bis zu einer maximalen Höchstdosis. Spricht der Patient auf die Therapie an, wird die Dosis in der Regel soweit wie möglich wieder reduziert. Erste Therapieeffekte treten nach etwa 4-6 Wochen auf.
Orale Retinoide
Acitretin und Isotretinoin sind Abkömmlinge des Vitamin A (Retinol), die vorzugsweise bei pustulösen Formen der Schuppenflechte eingenommen werden. Insbesondere bei der Behandlung der Psoriasis pustulosa palmaris et plantaris (PPP) hat sich die Therapie bewährt. Unter der Einnahme von Acitretin kommt es zum Austrocknen der Pusteln. In Kombination mit der Phototherapie oder der PUVA (siehe Phototherapie) wird die Wirkung der oralen Retinoide verstärkt. Ein Rückgang der Hautveränderungen kann nach 2-3 Monaten beobachtet werden. Frauen im gebärfähigen Alter mit Kinderwunsch sollten wegen eventueller Fruchtschädigungen und der langen Verweildauer möglicher Umwandlungsprodukte im Körper (bis zu 2 Jahren) nicht mit Acitretin behandelt werden.

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