Psoriasis: Die Untersuchungen
Die Diagnosestellung
Besonders zu Beginn der Erkrankung sind die Hautveränderungen häufig noch nicht vollständig ausgebildet. In diesem Stadium kann die Psoriasis mit anderen Hauterkrankungen verwechselt werden. Die Diagnose der Psoriasis sollte dementsprechend von einem Hautarzt (Dermatologen) gestellt werden. Bestehen neben den Hauterscheinungen auch Gelenkbeschwerden, wird Ihr Arzt Sie gegebenenfalls zu einem Rheumatologen überweisen. Dermatologen bzw. Rheumatologen sind speziell für die Diagnose und die Behandlung von Haut- bzw. Gelenkerkrankungen ausgebildet.
Die Vorgeschichte und die körperliche Untersuchung sowie Laboruntersuchungen stellen die wichtigsten Säulen der Diagnostik dar. Sind Gelenke schmerzhaft beteiligt, wird die diagnostische Abklärung durch Röntgenbilder oder andere bildgebende Untersuchungen ergänzt.
Die Vorgeschichte - ein wichtiger Baustein zur Diagnose
Die genaue Befragung durch den Arzt zu Beschwerden und anderen Krankheiten sowie zu bisherigen Therapien sind sehr wichtige Bestandteile der Vorgeschichte. Auch zu Hauterkrankungen in der Familie werden Sie gefragt werden. Des Weiteren interessiert es Ihren Arzt, ob mögliche Triggerfaktoren vorliegen, die zum Ausbruch oder zur Verschlechterung der Psoriasis geführt haben könnten.
Körperliche Untersuchung – die "Blickdiagnose" und das "Phänomen"
Bei der Untersuchung wird vor allem nach veränderten Hautarealen am ganzen Körper gefahndet. Insbesondere die bevorzugten Stellen (Prädilektionsstellen) der Streckseiten der Ellenbogen und Knie, des tiefen Rückens inklusive Gesäßfalte, des Bauchnabels, der Nägel und des Kopfs werden untersucht. Meist ist die "Blickdiagnose" ausreichend, um erste Hinweise auf eine Psoriasis zu erhalten.
Der Arzt kratzt gegebenenfalls mit einem Holzspatel über eine betroffene Hautregion. Sieht die Schuppung anschließend so aus, als hätte man Wachs von einer weißen Kerze abgeschabt, spricht man vom "Kerzenfleck-Phänomen".
Wird durch weiteres Kratzen ein hauchdünnes Häutchen erkennbar, wird dies als "Phänomen des letzten Häutchens" bezeichnet. Bei weiterem Kratzen können kleine, punktförmige Blutungen entstehen, die als "Phänomen des blutigen Taus" beschrieben wurden. Diese drei Veränderungen sind charakteristisch für die Psoriasis vulgaris und bekräftigen die Diagnose. Heinrich Auspitz beschrieb sie vor mehr als 100 Jahren erstmals.
Bestehen gleichzeitig Gelenkbeschwerden, werden die Gelenke auf Schwellungen, Rötungen und Druckschmerzhaftigkeit hin untersucht. Auch die Beweglichkeit der Gelenke wird beurteilt.
Laboruntersuchungen
Ist die körperliche Untersuchung und die Vorgeschichte noch nicht eindeutig, können Gewebeproben entnommen werden. Die Hautproben werden hinsichtlich ihres Aufbaus und/oder mikrobiologisch auf Krankheitserreger untersucht, um den Verdacht einer Psoriasis zu bestätigen bzw. zu entkräften.
Eine erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und die vermehrte Anzahl von Leukozyten sind typische Zeichen einer Entzündung. Diese Entzündungsmarker können durch Blutuntersuchungen festgestellt werden.
Psoriasis Arthritis - bildgebende Diagnostik
Die Röntgenuntersuchung ist neben der körperlichen Untersuchung das wichtigste diagnostische Verfahren bei der Erstdiagnose und der Verlaufskontrolle der Psoriasis Arthritis. Für die Erkrankung charakteristische Veränderungen der Gelenke lassen sich häufig im Röntgenbild erkennen.
Auch die Ultraschalluntersuchung ist ein wichtiges Instrument, um eine Entzündung der Gelenkinnenhaut, einen Erguss oder eine Veränderung des Knorpels oder des Gelenkspaltes festzustellen. Bei der Ultraschalluntersuchung werden Schallwellen eingesetzt, die von den verschiedenen Strukturen des menschlichen Körpers unterschiedlich reflektiert werden; es ist eine einfach durchzuführende, schnelle und für den Patienten wenig belastende Untersuchung.
Als empfindlichste Methode gilt heute die Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT), da auch Weichteilveränderungen darstellbar sind. Tomographie bedeutet soviel wie Darstellung in Schichten – der zu untersuchende Körperbereich wird dabei optisch in Scheiben von weniger als 1 cm Dicke aufgeteilt. Die Magnet-Resonanz-Tomographie verwendet Radiowellen und ein starkes Magnetfeld. Bei der MRT, auch als Kernspin bezeichnet, tritt keine Strahlenbelastung auf.
Welche Art der technischen Untersuchung eingesetzt wird, hängt von individuellen Faktoren und konkreten Fragestellungen ab. Bitte beachten Sie, dass der Psoriasis Arthritis ein eigenes Kapitel auf dieser Internetseite gewidmet ist (siehe Psoriasis Arthritis).
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