Psoriasis:
Die Behandlung und das Management
Das Immunsystem ist bei der Psoriasis aus bisher ungeklärter Ursache außer Kontrolle geraten es befindet sich auf Abwegen. Die Unterdrückung der Entzündung sowie die weitgehende und dauerhafte Erscheinungsfreiheit der Haut sind die Ziele der Behandlung: Die Entzündungsreaktion sollte in normale Bahnen gebracht werden, die Symptome abklingen und die Lebensqualität der Betroffenen wieder verbessert werden.
Um den Schweregrad der Erkrankung zu beurteilen wird unter anderem der Anteil der betroffenen Körperoberfläche ermittelt. Zur Abschätzung wird hierbei beispielsweise die Größe des Handtellers als 1% der Körperoberfläche bewertet.
Abschätzung der betroffenen Körperoberfläche
Des Weiteren werden die Sichtbarkeit betroffener Hautareale und die Beeinflussung der Lebensqualität oder der Arbeitsfähigkeit bei der Beurteilung des Schweregrads mit berücksichtigt.
Die Therapiewahl richtet sich vor allem nach der Art und dem bisherigen Verlauf der Psoriasis sowie nach dem Schweregrad und der Lokalisation der Hauterscheinungen. Daher wird das Therapiekonzept in der Regel auf jeden Patienten individuell maßgeschneidert.
Zur Therapie der Psoriasis zählen:
- Die Anwendung topischer Medikamente, die äußerlich, direkt auf die Haut aufgetragen werden.
- Die Behandlung mit Bädern (Balneotherapie).
- Die Behandlung mit UV-Licht (Phototherapie).
- Die Anwendung systemischer Medikamente, bei denen die Wirkstoffe in Form von Tabletten, Trinklösungen oder Spritzen dem Körpersystem zugeführt werden.
- Die Therapie mit Biologics.
Liegt eher eine leichte Psoriasis vor, wird in erster Linie mit topischen Medikamenten behandelt. Bei mittlerer Psoriasis wird die Phototherapie mit hinzugezogen und bei mittlerer bis schwerer Psoriasis kommen systemische Medikamente bzw. Biologics zum Einsatz.
Die Erkenntnisse der dermatologischen Forschung führten in den letzten Jahren zur Entwicklung innovativer Kombinationsprodukte und grundsätzlich neuer Wirkstoffklassen. Dennoch ist die Psoriasis leider nicht heilbar, aber die weitgehende bis vollständige Erscheinungsfreiheit liegt als Behandlungsziel heutzutage im Bereich des Möglichen.
Auch die Körperpflege ist beim Management der Psoriasis eine wichtige Komponente. Normale Seifen sollten weitestgehend vermieden werden, da sie für die Haut der Psoriatiker zu aggressiv sind. Duschöle oder Ölbäder hinterlassen dagegen einen leichten Fettfilm und unterstützen so die Hautfunktion als Schutzschild. Damit der Fettfilm auch nach dem Abtrocknen erhalten bleibt, muss die Haut nach dem Duschen/Baden abgetupft und nicht abgerubbelt werden. Die Erkrankung und verschiedene Therapien können zur allgemeinen Austrocknung der Haut führen. Dem sollte mit Pflegeprodukten entsprechend des Hauttyps mit ausreichendem Fettgehalt entgegengewirkt werden. Grundsätzlich enthalten Salben und Cremes mehr Fett als Körpermilch oder Körperlotionen. Sind die Hände betroffen, sollten Handschuhe zum Spülen und beim Reinigen des Haushaltes verwendet werden, um den direkten Kontakt mit Putzmitteln auszuschließen. Die Vermeidung individueller Triggerfaktoren und gegebenenfalls die Anwendung von Entspannungsmethoden oder Psychotherapie gehören zum Management der Psoriasis dazu.
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