Psoriasis: Das allgemeine Wohlgefühl
Körper und Seele beeinflussen sich gegenseitig. Das trifft insbesondere auf chronische Erkrankungen zu, die den Patienten oft sein Leben lang begleiten und deren Heilung bislang nicht möglich ist.
Befinden sich die Hautveränderungen in sichtbaren Bereichen (z. B. Kopf, Nägel, Hände und Arme) gehören Vorurteile und Ausgrenzungen in der Öffentlichkeit häufig zum Tagesablauf. So kann es beispielsweise passieren, dass Mitmenschen den Sitzplatz im Bus wechseln oder nicht von einem Betroffenen in der Bank oder anderswo bedient werden möchten. Das Denken und Fühlen der Betroffenen kann beeinflusst werden, insbesondere bei Kindern, Jugendlichen aber auch bei Erwachsenen, die Berufe mit Kundennähe ausüben. Aus Schamgefühl werden Besuche im Schwimmbad eventuell vermieden und bei sommerlichen Temperaturen bedeckende Kleidung bevorzugt. Die Hauterscheinungen passen nicht in das Bild des Schönheitsideals. Meist besteht bei Mitmenschen die unberechtigte Angst vor Ansteckung. Eine Aufklärung der Gesellschaft ist auch heute noch dringend notwendig Psoriasis ist nicht ansteckend!
Schuppen und äußerliche Behandlungen können Verschmutzungen verursachen. Dadurch besteht ein erhöhter Reinigungsaufwand für den Haushalt und die Wäsche. Auch die intensive Körperpflege nimmt viel Zeit in Anspruch. So stehen Betroffene häufig eine Stunde früher auf, um sich mit topischen Medikamenten einzucremen und diese einziehen zu lassen. Spannungen innerhalb der Familie oder Partnerschaft können entstehen.
Die täglichen Erfahrungen führen häufig zum Rückzug aus dem sozialen Leben; die Lebensqualität ist stark beeinträchtigt. Die psychische Belastung sollte genau so aktiv bekämpft werden wie die Hauterscheinungen. Das Motto sollte sein: "Lieber Staub aufwirbeln als Staub ansetzen" (H. Burda). Sprechen Sie darüber! Dies ist am Anfang sicherlich nicht leicht, und hier spielen Selbsthilfegruppen eine wichtige Rolle. Glücklicherweise muss das Rad nicht neu erfunden und die Welt nicht neu entdeckt werden - Gespräche über die Erfahrungen anderer können den Umgang mit der Erkrankung und die Suche nach Informationen zu Behandlungsmethoden, Adressen spezialisierter Ärzte und Kliniken, Krankenversicherung und vielem mehr erheblich vereinfachen. Auch die Beratung durch einen Psychotherapeuten stellt eine wertvolle Ergänzung dar und sollte nicht durch Aussagen wie "Ich habe Psoriasis, aber ich bin doch nicht verrückt" von vorneherein abgelehnt werden. Die Konsultation eines Psychotherapeuten bedeutet nicht, dass eine psychische Erkrankung vorliegt, sondern dass man Hilfe bei der seelischen Bewältigung der Erkrankung in Anspruch nimmt.
Sprechen Sie mit Ihrer Familie, Ihrem Partner, Ihren Freunden und möglicherweise auch mit Ihren Kollegen. Je mehr Informationen Ihr persönliches Umfeld hat, desto eher wird Unverständnis und Mitleid in Verständnis und Akzeptanz umgewandelt.
Lernen Sie als Betroffener vor allem Ihre eigenen Bedürfnisse kennen und realisieren Sie Ihr individuelles Wohlfühl-Programm. Planen Sie ganz bewusst angenehme Dinge in Ihren Alltag ein und nehmen Sie sich die Zeit dafür. Steigern Sie Ihre persönliche Lebensqualität. Für das allgemeine Wohlbefinden gilt: Carpe diem Nutze den Tag!

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