Psoriasis: Beschwerden und Symptome
Entzündliche Hauterscheinungen
Die Psoriasis ist eine entzündliche Erkrankung und was eine Entzündung bedeutet, hat bestimmt schon jeder am eigenen Leib erfahren: Zunächst ist es vielleicht ein kleiner Schnitt beim Kartoffelschälen oder eine Hautwunde durch einen Sturz: Möglicherweise tritt Blut aus der Wunde aus und nach kürzester Zeit kommen Schmerzen hinzu. Die Region um die Wunde entzündet sich - sie schwillt an, wird warm und rot. Die Funktion der Hautstelle ist bis zur Abheilung gestört bzw. eingeschränkt.
So kann man sich – wenn auch sehr vereinfacht - die entzündliche Veränderung der Haut bei der Psoriasis vorstellen:
- Es treten rote Flecken oder Areale auf, die von der umgebenden gesunden Haut scharf abgesetzt sind.
- Die betroffenen Körperregionen sind meist erhaben bzw. leicht angeschwollen.
Hautschuppen als lästige Begleiter
Bei den meisten Psoriatikern tritt eine silbrig glänzende Schuppung der Hautoberfläche an den betroffenen Körperregionen auf.
Juckreiz, Spannungsgefühl und Hauttrockenheit sowie Einrisse der Haut und Schmerzen können als weitere Symptome auftreten. Das Spektrum entzündlicher Veränderungen reicht von dem Befall einzelner Hautstellen bis zur großflächigen Ausbreitung.
Eine detailliertere Beschreibung unterschiedlicher Erscheinungsformen der Psoriasis finden Sie unter den Darstellungen zur:
- Psoriasis vulgaris (unter anderem Plaque-Psoriasis, Kopfhaut- und Nagelpsoriasis)
- Psoriasis pustulosa
- Psoriasis Arthritis
Psoriasis vulgaris
Die häufigste Form der Erkrankung stellt die Psoriasis vulgaris vom Plaque-Typ (vulgaris = gewöhnlich) dar - etwa 80% der Psoriatiker sind von dieser Variante betroffen. Gerötete, leicht erhabene und gegen die gesunde Hautoberfläche scharf abgegrenzte Herde (Plaques) gelten als charakteristische Merkmale. Die betroffenen Areale sind meist gelblich bis silbrig glänzend geschuppt. Die Leitsymptome Rötung und Schuppung können in unterschiedlichem Ausprägungsgrad auftreten: Die Rötung kann den vorherrschenden Charakter darstellen, so dass kaum eine Schuppenbildung zu beobachten ist. Oder die Schuppen spielen die Hauptrolle, und die Rötung wird vollständig überdeckt. Zwischen diesen Formen sind viele Erscheinungsvarianten möglich.
Typische psoriatische Plaques
Grundsätzlich kann die Psoriasis vulgaris vom Plaque-Typ überall auftreten. Bestimmte Hautstellen, die Prädilektionsstellen, werden jedoch bevorzugt:
- die Streckseiten der Ellenbogen und Knie
- der Bauchnabel
- die Gesäßfalte
- der tiefe Rücken im Bereich der Lendenwirbelsäule
- der behaarte Kopf, insbesondere die Stirn-Haar-Grenze
- die Ohren
- der Genitalbereich
Bevorzugte Körperstellen bei Psoriasis
Bei etwa der Hälfte der Patienten weist die behaarte Kopfhaut psoriatische Hautveränderungen auf (Psoriasis capitis). Hierbei führen Schuppenbildung, Juckreiz und die Sichtbarkeit der betroffenen Stellen zu einer stärkeren Belastung der Patienten. In der Regel reichen die flächigen Psoriasis-Herde über den Haaransatz hinaus, so dass auch unbehaarte Haut befallen ist. Gelegentlich finden sich auch Herde hinter den Ohren oder im Gehörgang. Die Patienten leiden häufig zu Beginn der Erkrankung vorübergehend unter Haarausfall.
Psoriasis am behaarten Kopf
Die Nägel sind bei etwa jedem zweiten Psoriatiker mit betroffen. Veränderungen der Nägel treten meist gemeinsam mit entzündlichen Herden der Haut auf. Seltener sind sie ohne begleitenden Befall der Haut zu beobachten.
Es können kleine, grübchenartige Einsenkungen auftreten (Tüpfelnägel), die häufiger auf Finger- als auf Fußnägeln vorkommen. Auch bei Kindern können Tüpfelnägel beobachtet werden.
Querrillen und ölfleckenartige, gelb-bräunliche Verfärbungen unterhalb der Nagelplatte (psoriatische Ölflecken) zählen ebenfalls zu den charakteristischen Nägelveränderungen. Treten Ölflecken am offenen Ende des Nagels auf, dort wo der Nagel das Nagelbett verlässt, kann dies zur Ablösung des Nagels führen (Onycholyse). Es kommt zur Spaltbildung, Luft dringt ein, der Nagel färbt sich dadurch weiß. Auch die Nagelsubstanz kann betroffen sein. Das geht einher mit einer ’Krümeligkeit’ der Nägel - man spricht von Krümelnägeln.
Typische Nagelveränderungen bei Psoriasis
Die Formen der Nagelpsoriasis, bei der die Nagelsubstanz angegriffen wird (z. B. Onycholyse oder Krümelnägel), können mit Schmerzen verbunden sein. Eine erhöhte Brüchigkeit kann zu einer Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit des Betroffenen führen.
Zur Psoriasis vulgaris zählen weitere, seltener vorkommende Varianten, die auch nebeneinander auftreten oder ineinander übergehen können. Die Psoriasis guttata ist charakterisiert durch plötzlich auftretende, zahlreiche, tropfengroße, rote und leicht schuppende Plaques am Oberkörper. Sie stellt häufig die erste klinische Erscheinungsform der Psoriasis dar, insbesondere im Kindesalter. Die Entwicklung steht oft im Zusammenhang mit einer Infektion als Triggerfaktor, beispielsweise einer Infektion des Halsraumes.
Psoriasis guttata
Entzündliche Veränderungen können in Körperbeugen (z. B. Achselhöhle, Beugeseiten der Arme und Beine) und Körperfalten, wie unter der Brust oder in der Leistengegend, auftreten. Man spricht hier von der Psoriasis inversa oder intertriginösen Psoriasis. Diese Form kann mit einer Psoriasis vulgaris vergesellschaftet sein. Die Haut ist hochrot und glänzend; aufgrund des Haut-Hautkontaktes in den Körperbeugen bzw. –falten wird die sonst typische Schuppung nicht ausgebildet.
Ist der gesamte Körper betroffen - ohne Bereiche unbefallener Haut - spricht man von der psoriatischen Erythrodermie. Sie gilt als eine der schwersten Formen der Psoriasis und kommt glücklicherweise nur sehr selten vor (1-2% der Fälle). Die Haut wird feuerrot, schmerzt stark und die Patienten leiden unter nahezu unerträglichem Juckreiz. Die Schuppenbildung wird in unterschiedlicher Ausprägung beobachtet, steht aber symptomatisch eher im Hintergrund. Durch die entzündliche Verdickung der Haut ist die Regulierung der Körpertemperatur beeinträchtigt. Der Wärmeabstrom durch die Verdunstung von Schweiß ist behindert. Es kommt zu Allgemeinsymptomen wie Fieber, Schüttelfrost, Abgeschlagenheit und Gewichtsverlust.
Psoriatische Erythrodermie
Psoriasis pustulosa
Diese Varianten der Psoriasis werden durch eitrige, gelblich-braune Bläschen (Pusteln) charakterisiert und betreffen ca. 2% der Psoriatiker. Kinder sind sehr selten betroffen. In den Pusteln befinden sich keine Krankheitserreger, so dass auch hier keine Ansteckungsgefahr besteht. Im Gegensatz zu anderen Psoriasis-Formen wurde für die Entstehung keine genetische Empfänglichkeit nachgewiesen.
Bei einer Form finden sich eitrige Pusteln auf den Innenseiten der Hände (Palmae) und Fußsohlen (Plantae), die dem Erscheinungsbild den Namen Psoriasis pustulosa palmaris et plantaris (PPP) gaben. Die Variante wird auch als Psoriasis vom Typ Königsbeck-Barber bezeichnet. Die Pusteln trocknen langsam ab und hinterlassen bräunliche Schuppenkrusten. Daneben entstehen immer wieder neue, gelbliche eitrige Bläschen. Bei akutem Befall mit vielen gelben Pusteln und größerer Ausbreitung ist die PPP mit Schmerzen verbunden und die Funktionsfähigkeit der Hände bzw. der Füße stark eingeschränkt.
Sind die Pusteln über den ganzen Körper verteilt, liegt eine Psoriasis pustulosa generalisata vor. Die Pusteln entstehen rasch und können durch Zusammenfließen größere, eitrige Areale bilden. Das Allgemeinbefinden ist in der Regel durch Fieber, Abgeschlagenheit und Schwäche stark beeinträchtigt. Die Erkrankung wurde erstmalig von dem Hautarzt Leopold Ritter von Zumbusch beschrieben (Psoriasis Typ von Zumbusch). Sie gehört zu den schwersten Formen der Psoriasis.
Bei der Psoriasis vulgaris cum pustulatione können Pusteln neben oder innerhalb bestehender Plaques einer Psoriasis vulgaris auftreten. Auch hier kann es durch Zusammenfließen einzelner Pusteln zur Ausbildung größerer, eitriger Bereiche kommen.
Psoriasis Arthritis
Etwa 20% der Psoriatiker leiden auch an chronisch-entzündlichen Gelenkbeschwerden (Arthritis) – das Krankheitsbild wird als Psoriasis Arthritis bezeichnet.
Gelenkschmerz kann als ständiger Begleiter in das Leben der Betroffenen treten. Die Gelenke sind geschwollen, druckempfindlich und warm. Sie lassen sich nach dem Aufstehen häufig eine Stunde oder länger kaum bewegen (Morgensteifigkeit). Im Laufe des Tages bessert sich die Beweglichkeit.
Von den Gelenken sind Knie, Sprunggelenke und Zehengelenke am häufigsten betroffen. Jedoch können auch die Fingergelenke, die Wirbelsäule und das Iliosakralgelenk (Übergang von der Wirbelsäule zum Becken) beteiligt sein. Die Beschwerden treten meist nur an wenigen Gelenken in einem asymmetrischen Muster auf, d. h. links und rechts sind unterschiedliche Gelenke betroffen.
Wesentlich häufiger als bei der Psoriasis sind die Nägel beteiligt: Die oben genannten psoriatischen Nagelveränderungen sind bei 60-90% der Patienten mit Psoriasis Arthritis zu beobachten.
Der Psoriasis Arthritis ist ein eigenes Kapitel gewidmet - Ursache, Symptomatik Verlauf und Therapie werden dort detailliert dargestellt.
Assoziierte Erkrankungen
Zu weiteren Erkrankungen, die überdurchschnittlich oft mit einer Psoriasis assoziiert sind, zählen:
- Kardiovaskuläre Erkankungen, insbesondere Hypertonus (Bluthochdruck) und Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche)
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Adipositas (Fettleibigkeit)
- Morbus Crohn (chronisch-entzündliche Darmerkrankung)

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