Psoriasis Arthritis:
Beschwerden und Symptome

Schmerzen und Hautschuppen als lästige Begleiter

Die Psoriasis Arthritis ist eine entzündliche Erkrankung - und was eine Entzündung bedeutet, hat bestimmt schon jeder am eigenen Leib erfahren: Zunächst ist es vielleicht ein kleiner Schnitt beim Kartoffelschälen oder eine Hautwunde durch einen Sturz: Möglicherweise tritt Blut aus der Wunde aus und nach kürzester Zeit kommen Schmerzen hinzu. Die Region um die Wunde entzündet sich - sie schwillt an, wird warm und rot. Die Funktion der Hautstelle ist bis zur Abheilung gestört bzw. eingeschränkt.

So kann man sich - wenn auch sehr vereinfacht - die entzündlichen Veränderungen an Gelenken und Haut bei der Psoriasis Arthritis vorstellen.

Die Symptome der Psoriasis Arthritis treten nicht unbedingt gleichzeitig auf. Meist werden zunächst Hauterscheinungen beobachtet, die den Gelenkbeteiligungen um etwa 10 Jahre vorausgehen können. Bei ca. 15-20% der Patienten führt die Arthritis zuerst zu Beschwerden und bei etwa 10-15% treten die Gelenkbeschwerden und die Schuppenflechte bereits von Beginn an gemeinsam auf.

Gelenkbeschwerden

Die Entzündung äußert sich in erster Linie durch Schmerz und Steifigkeit der Gelenke. Diese sind geschwollen, druckempfindlich und warm. Sie lassen sich nach dem Aufstehen oder nach einer Ruhephase häufig kaum bewegen (Morgensteifigkeit). Die Symptomatik wird durch Bewegung gebessert.
Bei einigen Patienten werden die Gelenkstrukturen durch die Entzündung verändert oder zum Teil zerstört. Die Funktionsfähigkeit der Gelenke kann dadurch stark beeinträchtig sein - symptomatisch können Schmerzen bei Bewegung hinzukommen. Dieses Empfinden schränkt die Aktivität der Betroffenen ein. Alltägliche Bewegungsabläufe werden zur Qual und weitestgehend gemieden. Doch eine extreme Schonhaltung könnte zur Versteifung der Gelenke führen bzw. andere Gelenke würden über das natürliche Maß hinaus strapaziert und weitere Schmerzen verursachen.

Nicht selten sind auch die Sehnen bzw. die Sehnenansatzpunkte an den Knochen durch die Erkrankung schmerzhaft betroffen und verdickt (z. B. Achillessehne). Auch treten oft Allgemeinsymptome wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit auf. Des Weiteren sind Entzündungen der Augen zu beobachten.

Entsprechend der Lokalisation und der Symptomatik der Gelenkbeschwerden können 5 Formen der Psoriasis Arthritis unterschieden werden. Diese 5 Subtypen der Psoriasis Arthritis sind nicht als ausschließliche und eigenständige Formen der Erkrankung zu interpretieren, da viele Überschneidungen zwischen den Varianten existieren oder im weiteren Krankheitsverlauf auftreten können.

1. Asymmetrische oligoartikuläre Arthritis

Die Beschwerden treten gewöhnlich an weniger als 5 Gelenken (oligo - wenige, articulus - Gelenk) in einem asymmetrischen Muster auf - links und rechts sind nicht die gleichen Gelenke betroffen. Diese Form liegt bei mehr als 50% der Betroffenen vor. Die asymmetrische Psoriasis Arthritis kann jedes Gelenk betreffen (z. B. Hüfte, Sprunggelenk, Fingergelenk, Zehgelenk), tritt jedoch häufig am Knie auf. An Händen und Füßen kann sich die für die Psoriasis Arthritis charakteristische Schwellung eines gesamten Fingers oder Zehs ausbilden. Dementsprechend wird auch der bildhafte Ausdruck Wurstfinger oder -zeh verwendet.

Klinische Formen der Psoriasis Arthritis. Schwellung eines gesamten Fingers - Wurstfinger

2. Symmetrische Polyarthritis

Die symmetrische Psoriasis Arthritis betrifft mehrere Gelenke und liegt in etwa 15-25% der Fälle vor. Die symmetrische Verteilung entzündlich veränderter Gelenke - links und rechts sind die gleichen Gelenke betroffen - entwickelt sich oft erst mit zunehmender Anzahl schmerzhafter Gelenke. Die symmetrische Polyarthritis ist eher bei Frauen als bei Männern zu beobachten.

3. Distale interphalangeale (DIP) Arthritis

Bei ca. 5% der Patienten mit Psoriasis Arthritis sind die Endgelenke der Finger und Zehen (distale Interphalangealgelenke) betroffen.

Gelenke der Hand - Endgelenke, Mittelgelenke, Grundgelenke

Klinische Formen der Psoriasis Arthritis. Distale interphalangeale(DIP) Arthritis

Gewöhnlich ist diese Form mit psoriatischen Veränderungen der Nägel vergesellschaftet. Die distale interphalangeale Arthritis tritt häufiger bei Männern auf.

4. Spondylitis

Etwa bei 5% der Betroffenen ist das Achsenskelett (Wirbelknochen - Spondylos) beteiligt. Die Spondylitis tritt häufiger bei Männern als bei Frauen auf. Die Erkrankung kann mit Schmerzen und Steifigkeit an der Wirbelsäule oder dem Iliosakral-Gelenk (Kreuzdarmbeingelenk), welches die Wirbelsäule mit dem Becken verbindet, einhergehen. Ein alleiniger Befall der Gelenke des Achsenskeletts ist ungewöhnlich, so dass häufig auch andere Gelenke, beispielsweise die Zehgelenke, entzündlich verändert sind. Ca. 20% der Patienten mit der Spondylitis-Form weist einen speziellen Marker im Blut auf, das Zelloberflächenmerkmal HLA-B27. Bei vielen Patienten mit Morbus Bechterew (entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule) ist HLA-B27 ebenfalls nachweisbar. Auch die Rückenbeschwerden können bei beiden Krankheitsbildern ähnlich sein, so dass diese Form der Psoriasis Arthritis zunächst mit einer ankylosierenden Spondylitis (Morbus Bechterew, siehe ankylosierende Spondylitis) verwechselt werden kann.

5. Arthritis mutilans

Die seltenste Form der Psoriasis Arthritis wird bei weniger als 5% der Patienten beobachtet. Bei Arthritis mutilans (mutilans - verstümmelnd) sind vor allem die kleinen Gelenken der Hände und Füße betroffen. Diese Form ist mit Deformitäten assoziiert, die zu Beeinträchtigungen der Funktionsfähigkeit der Gelenke führen können. Des Weiteren leiden Patienten mit Arthritis mutilans häufig unter einer ausgeprägten Hautbeteiligung.

Hautbeschwerden

Die typischen Hautveränderungen der Psoriasis Arthritis sind meist durch gerötete, leicht erhabene und gegen die gesunde Hautoberfläche scharf abgegrenzte Herde (Plaques) gekennzeichnet. Die Leitsymptome der Haut, Rötung und Schuppung, können in unterschiedlichem Ausprägungsgrad auftreten: Die Rötung kann als vorherrschender Charakter dominieren, so dass kaum eine Schuppenbildung zu beobachten ist. Oder die Schuppen spielen die Hauptrolle, und die Rötung wird vollständig überdeckt. Zwischen diesen Formen sind viele Erscheinungsvarianten möglich.

Typische psoriatische Plaques
Typische psoriatische Plaques

Juckreiz, Spannungsgefühl und Hauttrockenheit sowie Einrisse der Haut und Schmerzen können als weitere Symptome auftreten. Das Spektrum entzündlicher Veränderungen reicht von dem Befall einzelner Hautstellen bis zur großflächigen Ausbreitung.
Zu den entzündlich veränderten Hauterscheinungen können auch eitrige, gelblich-braune Bläschen (Pusteln; Psoriasis pustulosa) zählen.

Grundsätzlich können die psoriatischen Veränderungen überall auftreten. Bestimmte Hautstellen, die Prädilektionsstellen, werden jedoch bevorzugt:

  • die Streckseiten von Ellenbogen und Knie
  • der Bauchnabel
  • die Gesäßfalte
  • der tiefe Rücken im Bereich der Lendenwirbelsäule
  • der behaarte Kopf, insbesondere die Stirn-Haar-Grenze
  • die Ohren
  • der Genitalbereich

Bevorzugte Körperstellen bei psoriatischen Hautveränderungen
Bevorzugte Körperstellen bei psoriatischen Hautveränderungen

Bei vielen Betroffenen weist die behaarte Kopfhaut psoriatische Veränderungen auf (Psoriasis capitis). In der Regel reichen die flächigen Psoriasis-Herde über den Haaransatz hinaus, so dass auch unbehaarte Haut befallen ist. Gelegentlich finden sich auch Herde hinter den Ohren oder im Gehörgang. Schuppenbildung, Juckreiz und die Sichtbarkeit der betroffenen Stellen führen zu einer stärkeren Belastung der Patienten.

Typische psoriatische Plaques
Psoriasis am behaarten Kopf

Die Nägel sind bei etwa 60-90% der Patienten mit Psoriasis Arthritis betroffen. Es können kleine, grübchenartige Einsenkungen auftreten (Tüpfelnägel), die häufiger auf Finger- als auf Fußnägeln vorkommen. Querrillen und ölfleckenartige, gelb-bräunliche Verfärbungen unterhalb der Nagelplatte (psoriatische Ölflecken) zählen ebenfalls zu den charakteristischen Nägelveränderungen. Treten Ölflecken am offenen Ende des Nagels auf, dort wo der Nagel das Nagelbett verlässt, kann dies zur Ablösung des Nagels führen (Onycholyse). Es kommt zur Spaltbildung, Luft dringt ein, der Nagel färbt sich dadurch weiß.

Typische psoriatische Plaques
Typische Nagelveränderungen bei Psoriasis

Auch eine "Krümeligkeit" der Nägel kann auftreten. Die Formen der Nagelpsoriasis, bei der die Nagelsubstanz angegriffen wird (z. B. Onycholyse oder Krümelnägel), können mit Schmerzen verbunden sein, die die Funktionsfähigkeit des Betroffenen beeinträchtigen.

Weitere Informationen zu psoriatischen Veränderungen der Haut finden Sie in dem Kapitel Psoriasis - Ursache, Symptomatik und Therapie werden dort detailliert dargestellt (siehe Psoriasis).