Morbus Crohn: Was sind die Beschwerden und Symptome?
Morbus Crohn ist eine entzündliche Erkrankung und was eine Entzündung bedeutet, hat bestimmt schon jeder am eigenen Leib erfahren: Zunächst ist es vielleicht ein kleiner Schnitt beim Kartoffelschälen oder eine Hautwunde durch einen Sturz: Möglicherweise tritt Blut aus der Wunde aus und nach kürzester Zeit kommen Schmerzen hinzu. Die Region um die Wunde schwillt an, wird warm und rot. Die Funktion der Hautstelle ist bis zur Abheilung gestört bzw. eingeschränkt.
So kann man sich – wenn auch sehr vereinfacht - die Entzündung im Verdauungstrakt vorstellen: Der Betroffene hat Schmerzen und die normale Funktion des Verdauungstraktes kann gestört oder eingeschränkt sein - Bauchschmerzen und Durchfälle sind die häufigsten Symptome bei Morbus Crohn. Des Weiteren kommt es zu Fieber, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit und Erbrechen.
Die Symptome variieren von Patient zu Patient entsprechend der Lokalisation und der Schwere der Entzündung im Verdauungstrakt. Und da die Menschen verschieden sind, werden die Symptome auch von Person zu Person unterschiedlich erlebt: Werden 5 weiche Stühle pro Tag von einem Betroffenen noch als "normal" empfunden, nimmt ein Anderer dies als erhebliche Einschränkung seines Lebens wahr.
Je nach Lokalisation der Entzündung im Magen-Darm-Trakt kann es zu unterschiedlichen Symptomen und auch Komplikationen kommen.
Der bei Morbus Crohn am häufigsten befallene Ort im Magen-Darm-Trakt ist das terminale Ileum, der letzte Dünndarmabschnitt vor dem Eintritt in den Dickdarm. Wenn es zu einer Entzündung kommt, können sich blutige Ulzerationen (Geschwüre) entwickeln. Bei einer Entzündung im terminalen Ileum sind Schmerzen im rechten Unterbauch und Durchfälle die vorherrschenden Symptome. Die Durchfälle sind in der Regel nicht blutig, da das Blut auf dem weiteren Wege zum Darmausgang noch mit Stuhl durchmischt wird und damit für das bloße Auge "unsichtbar" wird. Wenn die Entzündung dort lange (über Wochen und Monate) andauert und die Darmschleimhaut anschwillt, kann es als Komplikation zu einer Stenose (Verengung des Darmes) kommen. Diese Engstelle kann zu anderen Zusatzsymptomen führen: Nach dem Essen - ca. 1 bis 3 Stunden später, je nach individueller Darmpassagezeit - kommt es zu krampfartigen Schmerzen, vorwiegend im rechten Unterbauch und zu "Darmgluckern". Einige Patienten spüren auch, wie sich der Darminhalt durch die Stenose quält.
Häufigkeit des Auftretens des Morbus Crohn
Bei Befall des linken Dickdarmabschnittes kommt es zu anderen Symptomen. Hier sind die Durchfälle überwiegend blutig, da das Blut nicht mehr durchmischt werden kann und der Darminhalt relativ zügig ausgeschieden wird. Zusätzlich finden sich häufig Schleimauflagerungen auf dem Stuhl. Die Schmerzen sitzen nun im linken Unterbauch, sind häufig vor dem Toilettengang verstärkt und danach meist deutlich gebessert. Hier finden sich seltener Stenosen, der Dickdarm ist nämlich weiter und kann nicht so schnell verengen.
Bei Befall des Rektums und des Analkanals (Abschluss des menschlichen Verdauungstraktes) finden sich überwiegend Schmerzen während des Stuhlganges. Es kann zu hellroten Blutauflagerungen des Stuhlgangs kommen, Schleim ist eher ungewöhnlich.
Als leider relativ häufige Komplikation kann es bei Befall dieses Abschnittes des Magen-Darm-Traktes zu Fisteln kommen: Der Morbus Crohn ist eine Erkrankung der gesamten Darmwandschichten - im Gegensatz zur Colitis ulcerosa, die nur die innerste Darmwandschicht befällt. Da auch die Entzündung durch alle Wandschichten geht, kann sich eine Art Gang durch den Darm bohren, der dann häufig in anderen Darmschlingen, der Haut, der Blase oder bei Frauen in der Scheide seinen Ausgang findet. Diese Gänge nennt man Fisteln, die als Komplikation für den Morbus Crohn sehr charakteristisch sind. Circa ein Drittel der Betroffenen leidet an Fisteln.
Enden die Gänge blind, wird also keine Verbindung zu anderen Darmschlingen, Organen oder zur Haut gebildet, so wird der entzündliche Inhalt nicht entleert und es kann zu Abszessen (Eiteransammlungen) kommen. Ein Abszess kann sich durch hohe Körpertemperaturen und vor allem durch starke Schmerzen äußern. Häufig kann man eine weiche, stark schmerzhafte Schwellung tasten, aus der sich manchmal auch Eiter entleeren kann. Bei Auftreten eines Abszesses sollte man im jeden Falle einen Arzt aufsuchen. Die Therapie von Abszessen kann von Antibiotika bis zu chirurgischer Spaltung der Abszesse reichen.



