Morbus Crohn: Möglicher Auslöser entdeckt
Das Fehlen eines bestimmten Genes könnte dafür verantwortlich sein, dass Menschen an Morbus Crohn leiden. Dieses Fehlen führt zu einer verringerten Produktion körpereigenen Antibiotikums und schwächt damit die Entzündungsabwehr.
Bisher sind die Ursachen von Morbus Crohn nicht vollständig geklärt. Experten vermuten, dass genetische und Umweltfaktoren beteiligt sind. Ein internationales Wissenschaftlerteam hat aber herausgefunden, dass Morbus-Crohn-Erkrankte das Gen beta-Defensin-2 in einem geringeren Anteil als gesunde Menschen besitzen. Patienten mit Dickdarmbefall durch Morbus Crohn weisen im Durchschnitt nur drei Kopien des Gens für beta-Defensin-2 auf. Im Gegensatz dazu findet man bei gesunden Personen vier Kopien dieses Gens pro Zelle.
Die geringere Kopienzahl der Gene hängt mit einer verringerten Produktion des körpereigenen Antibiotikums zusammen und erklärt den niedrigen Defensin-Spiegel bei Morbus-Crohn-Patienten. Die Folge: Die Darmschleimhaut wird durchlässig, die Bakterien heften sich an, können in die Schleimhaut eindringen und die typischen Entzündungsherde hervorrufen.
Quelle: Berliner Ärzteblatt




