Morbus Crohn: Ernährung
Gibt es eine definierte Crohn-Diät, die bei der chronischen Entzündung im Darm hilft? Nein, es gibt keine generelle Ernährungsempfehlung speziell für Crohn-Betroffene. Die allgemeinen Regeln für eine gesunde Ernährung sind auch bei Morbus Crohn gültig. Durch Ausschluss unverträglicher Nahrungsmittel kann jeder Betroffene für sich die eigene Ernährung optimieren.
Für eine gesunde Ernährung wird eine abwechslungsreiche, ausgewogene und vielseitige Kost empfohlen. Ein übermäßiger Zuckergenuss sollte, wie auch bei Darmgesunden, vermieden werden. Viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte und wenig Fett lautet die Devise (vgl. 10 Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung).
Da die Erkrankung von Patient zu Patient individuell unterschiedlich verläuft, ist das Motto "Gut ist, was schmeckt und vertragen wird" ebenfalls zu beachten. Ballaststoffe, so genannte Faserstoffe, wie sie z. B. in Vollkornbrot und Gemüsearten (z. B. Spargel) vorliegen, sind für eine gute Darmfunktion sehr wichtig. Liegt jedoch im Darm eine Engstelle (Stenose) vor, kann der normale Verzehr von Ballastsoffen zu krampfartigen Bauchschmerzen und im schlimmsten Fall zu einem Darmverschluss führen. Ballaststoffe sollten in diesem Fall vermieden werden.
Des Weiteren kann es zu Unverträglichkeit z. B. von Milchzucker (Laktoseintoleranz) kommen, bei der Milchprodukte gemieden werden sollten. Jeder Betroffene sollte in Erfahrung bringen, was bekömmlich ist und von welcher Nahrung man besser die Finger lassen sollte. Durch eine "Buchführung" über die Nahrungsaufnahme wird dieses Ausschlussverfahren im ersten Schritt sicherlich erleichtert. Steht ein Nahrungsbestandteil im Verdacht der Unverträglichkeit, sollte man diesen zunächst meiden und erst nach einer gewissen Zeit wieder zu sich nehmen. Treten erneut Beschwerden auf, sollte er aus dem Speiseplan gestrichen werden. Eine Ernährungsberatung durch qualifizierte Ernährungsfachkräfte wird ebenfalls empfohlen.
In manchen Situationen kann die Nahrungsaufnahme nur bedingt möglich sein. Bevor es zu extremem Gewichtsverlust, Mangelerscheinungen und bei Kindern zu Wachstumsverzögerungen kommt, kann hier eine künstliche Ernährung erfolgen. Bei der Elementardiät, die auch Astronautenkost genannt wird, liegt die Nahrung bereits in ihren Bestandteilen vor, so dass sie weitgehend ohne Zuhilfenahme der Verdauungsenzyme aufgenommen werden kann - der Magen-Darm-Trakt wird dadurch geschont und der Körper mit ausreichend Kalorien und Nährstoffen versorgt. Diese enterale Ernährung erfolgt individuell unterschiedlich und kann über einen Zeitraum von Wochen bis Monaten dauern.
Leider schmeckt diese Nahrung häufig nicht wirklich gut. Über eine Sonde - ein dünner Schlauch, der von der Nase bis in den Magen reicht - können die sensiblen Geschmacksnerven umgangen und die Nahrungsaufnahme erleichtert werden.
In seltenen Fällen muss die Ernährung über einen begrenzten Zeitraum vollkommen vom Magen-Darm-Trakt abgekoppelt werden. Die Nahrungszufuhr erfolgt dann über eine Vene (parenterale Ernährung). Dieses kann auch in häuslicher Umgebung erfolgen und, im Gegensatz zu früher, ist dazu nicht unbedingt ein langer Krankenhausaufenthalt nötig. Voraussetzung hierfür ist ein so genannter Port, ein unter die Haut operierter Schlauch, der in eine große Körpervene führt. Über diesen Port wird die parenterale Ernährung zugeführt.



