Morbus Crohn:
Die Behandlung und das Management
Bei Morbus Crohn ist das Immunsystem aus bisher ungeklärten Ursachen außer Kontrolle geraten – es befindet sich auf Abwegen. Die Unterdrückung des Immunsystems sollte das langfristige Ziel der medikamentösen Behandlung darstellen: Die Entzündungsreaktion sollte in normale Bahnen gebracht, die Darmschleimhaut und deren Funktion weitestgehend wieder hergestellt werden und die Symptome abklingen. Insgesamt also die Möglichkeit, die Lebensqualität der Betroffenen wieder auf ein normales Niveau anzuheben.
So unterschiedlich sich Morbus Crohn bei den Betroffenen darstellen kann, so individuell verschieden sind auch die Behandlungsformen – die Behandlung wird auf jeden Patienten maßgeschneidert. So gibt es Betroffene, die sehr selten unter Krankeitsschüben leiden und auf der anderen Seite Betroffene mit sehr schweren Verläufen, häufigen Schüben und mehreren Krankenhausaufenthalten. Bei der Diagnose Morbus Crohn können Gefühle der Ohnmacht und Hilflosigkeit überhand nehmen und die Gedanken über die Zukunft eine neue Dimension annehmen. Als Patient kann man heute in der Regel erwarten, dass man sich 6 bis 12 Monate nach der Diagnose in einer Phase der Beschwerdefreiheit (Remission) befindet.
Morbus Crohn ist bisher leider nicht heilbar und stellt eine chronische Erkrankung dar, so dass die Behandlung auch unter langfristigen Gesichtspunkten betrachtet werden muss. Entsprechend der Krankheitsaktivität und Lokalisation bekommen viele Patienten über Jahre hinweg Medikamente verschrieben. So werden die Betroffenen durch die regelmäßige Anwendung der Medikamente auch in beschwerdefreien Phasen ständig an ihre Krankheit erinnert. In dieser Zeit ist die Versuchung groß, die Therapie selbstständig abzusetzen und die regelmäßigen Arztbesuche abzusagen. Menschlich kann diese Reaktion nachvollzogen werden, aber der Erhalt der Remission und die wiedererlangte Lebensqualität können dadurch gefährdet sein. Der Vergleich ist nicht ganz passend, aber ist es nicht angenehmer mit gesunden Zähnen zubeißen zu können als Zahnschmerzen zu haben, gerade weil man in der Vergangenheit unter anderem konsequent auf die Zahnpflege geachtet hat? Das bedeutet, dass es in der Regel einfacher ist eine beschwerdefreie Phase medikamentös beizubehalten, als einen erneuten Schub des Morbus Crohn zu behandeln.
Bei jeder wirksamen Therapie können potentiell auch unerwünschte Wirkungen auftreten, die es gilt zu erkennen und die Therapie möglicherweise anzupassen oder zu ändern. Gerade auch bei diesem Punkt ist der behandelnde Arzt auf die Mithilfe der Betroffenen angewiesen, so dass Nebenwirkungen rasch erkannt und beseitigt werden können und die Therapie optimal gestaltet wird.





