Kreuzschmerzen sind häufige Begleiter von Morbus Crohn
Bauchschmerzen und Durchfälle sind nur die eine Seite von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Viele Betroffene haben zusätzlich Beschwerden an anderer Stelle im Körper, zum Beispiel an den Gelenken.
Bei bis zu 30 Prozent aller Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen treten Gelenkschmerzen auf. Sie sind die häufigste Manifestion der Erkrankung außerhalb des Darms. Häufig betroffen sind die Kreuz-Darmbeingelenke oder die Wirbelsäule. Auch einseitige Entzündungen, vor allem der Gelenke der unteren Extremitäten (Knie, Sprunggelenk) und Entzündungen der Sehnenansätze treten auf. Bei der körperlichen Untersuchung fällt auf, dass die Wirbelsäule weniger beweglich ist und die Gelenke empfindlich für Druckschmerz sind. Nächtliche oder morgendliche Rückenschmerzen, die sich unter Bewegung bessern, weisen auf eine Spondylarthropathie hin. Spondylarthropathien sind Entzündungen der Wirbelsäule oder der Becken-Kreuzbein-Gelenke. Damit verbunden sind Schmerzen im Kreuz und tief im Gesäß. Diese treten auch bei völlig ruhigem Darm auf. Die Entzündungen entstehen vermutlich durch krankhafte Immunreaktionen gegen körpereigenes Gewebe. Es ist wichtig, diese Krankheitsbilder rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln, um möglichen Behinderungen durch Verformungen der Wirbelsäule entgegenzuwirken.
Bei der Behandlung muss man beachten, dass eine ganze Reihe von traditionell bei Rheuma eingesetzten Schmerzmittel aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) die Entzündung im Darm verstärken oder sogar Krankheitsschübe auslösen können.
Weitere Informationen: http://www.rheuma-online.de/a-z/m/morbus-crohn.html
