Colitis ulcerosa: Wie ist der Verlauf?

Colitis ulcerosa ist eine chronische Erkrankung, d. h. die Neigung des Dickdarms zu entzündlichen Veränderungen besteht meist ein Leben lang. Die Erkrankung tritt in der Regel in Schüben auf, d. h. nach einer akuten Entzündungsphase können die Symptome wieder abklingen. Die Dauer der beschwerdefreien Intervalle (auch als Remission bezeichnet) und der Zeitpunkt eines erneuten Schubs sind jedoch leider nicht vorhersehbar.

Der Verlauf ist individuell sehr unterschiedlich. Es gibt Patienten, die einen leichten Befall haben, sehr lange symptomfrei sind und nur selten Medikamente brauchen. Viele Patienten benötigen eine medikamentöse Therapie sowohl zur Bewältigung des akuten Krankheitsschubs als auch zur Aufrechterhaltung der beschwerdefreien oder -armen Phase. Wenige Patienten bedürfen im Verlauf einer Operation zur Entfernung des Dickdarms, da die Erkrankung medikamentös nicht zu kontrollieren ist.

In den meisten Fällen kann die Erkrankung medikamentös und manchmal auch ohne Medikamente in einem beschwerdefreien oder beschwerdearmen Zustand gehalten werden.

Welche Komplikationen gibt es?

Bei Patienten mit Colitis ulcerosa kann es in seltenen Fällen zu schweren Komplikationen kommen. Dazu zählen massive Darmblutung, schwere Entzündungen (toxisches Megakolon) und Dickdarmkrebs. Die massive Blutung ergibt sich meist durch eine schwere Entzündung der Darmschleimhaut. Beim toxischen Megakolon kommt es zu einer starken Erweiterung der Darmschlingen. Diese Komplikation hat lebensbedrohliche Ausmaße.
Die Entwicklung des Dickdarmkrebs im Zusammenhang mit einer Colitis ulcerosa ist in Deutschland heutzutage seltener geworden. Das Risiko, als Patient mit Colitis ulcerosa ein Dickdarmkarzinom zu erleiden, wurde in früheren Studien als stark erhöht angegeben. Neuere Studien zeigen jedoch, dass die Dickdarmkrebsrate bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen unter der heute üblichen Behandlung gegenüber der Normalbevölkerung nur etwa 2- bis 3-fach erhöht ist, nach jahrzehntelangem Verlauf etwas mehr. Das gilt sowohl für Colitis ulcerosa, wie auch für Morbus Crohn, wenn der Dickdarm befallen ist. Es ist anzunehmen, dass der Krebs hier auf dem Boden der chronischen Entzündung der Darmschleimhaut entsteht. Man geht davon aus, dass die dauerhafte Unterdrückung der Entzündung auch einen Schutz vor der Entstehung bösartiger Veränderungen der Darmschleimhaut bieten kann, so dass die konsequente antientzündliche Therapie der Colitis ulcerosa in den letzten Jahrzehnten einen Rückgang der Dickdarmkrebsraten bewirkt haben könnte. Möglicherweise spielt auch die gute Vorsorgementalität der Patienten und der betreuenden Ärzte eine Rolle. Dies geschieht zum Beispiel durch regelmäßige Untersuchungen und Darmspiegelungen in Abhängigkeit von der individuellen Situation wie beispielsweise Erkrankungsschwere und Familienhistorie.