Colitis ulcerosa: Was sind die Beschwerden und Symptome?
Bei der Colitis ulcerosa geht die Entzündung fast ausnahmslos vom Enddarm aus und kann von dort kontinuierlich, also ohne Unterbrechungen durch nicht entzündlich veränderte Darmabschnitte, den Dickdarm nach oben befallen. In etwa 40% der Fälle sind der Enddarm und das daran angrenzende Sigma alleine befallen, man spricht hier auch von Proktosigmoiditis. Ist ausschließlich das Rektum betroffen, wird die Erkrankung auch als Proktitis bezeichnet. Bei etwa 40% der Patienten kann die entzündliche Veränderung die gesamte linke Dickdarmseite betreffen (linksseitige Colitis). Und der gesamte Dickdarm ist bei etwa 20% der Patienten betroffen (Pancolitis oder totale Colitis).
Darstellung des möglichen Dickdarmbefalls durch die chronische Entzündung bei Colitis ulcerosa
Zu Beginn der Erkrankung treten meist nur unspezifische Beschwerden wie Schleimbeimengungen beim Stuhlgang, ein vermehrter Stuhldrang und leichte Bauchschmerzen auf - Symptome, die oft wieder vergehen können und zunächst auch an andere Ursachen denken lassen, wie beispielsweise eine leichte Magen-Darm-Verstimmung. Bedingt durch die chronische Entzündung des Dickdarms und des Enddarms kommt es dann aber bei der Colitis ulcerosa zu Durchfällen mit stärkeren Schleim- und Blutbeimengungen und einem beständigen Drang zur Stuhlentleerung. Häufig klagen die Patienten dabei über heftige, krampfartige Bauchschmerzen vor und nach dem Stuhlgang.
Die weiteren Symptome der Colitis ulcerosa werden bestimmt durch:
- das Ausmaß des Dickdarmbefalls
- die Schwere der Erkrankung
- die Dauer der Erkrankung
- das Vorhandensein von Begleiterkrankungen
- die Entwicklung von Komplikationen
Chronische Durchfälle
Das Auftreten von schleimigen und blutigen Stühlen, mehrmals täglich, ist das führende Symptom bei Colitis ulcerosa. Bei schwererem Verlauf wacht der Patient nachts durch den Durchfall auf.
Bauchschmerzen
Die Patienten klagen typischerweise über krampfartige Bauchschmerzen, die bei Colitis ulcerosa hauptsächlich an der Stelle des entzündeten Dickdarms, und damit meist im linken Unterbauch, und in zeitlichem Zusammenhang mit der Stuhlentleerung auftreten.
Fieber
Von Fieber spricht man, wenn die Körpertemperatur höher als 38° C ist. Fieber bei Colitis ulcerosa ist meist ein Zeichen für eine schwere Krankheitsaktivität oder ein zusätzliches medizinisches Problem.
Appetitlosigkeit, Übelkeit und Gewichtsverlust
Während des Schubs haben die Patienten oft wenig Appetit, die Krämpfe lösen Übelkeit aus, und die Nahrungsaufnahme ist aus Angst vor Bauchschmerzen und Durchfällen oft unzureichend. Hinzu kommt, dass die normale Funktion des Verdauungstraktes durch die chronische Entzündung gestört ist. Insgesamt kann dies zu Gewichtsverlust und Mangelerscheinungen führen.
Blutarmut
Durch den chronischen Blutverlust und die Entzündung können Patienten mit Colitis ulcerosa eine Anämie entwickeln, die sich beispielsweise durch allgemeine Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Kurzatmigkeit und Hautblässe äußert.
| Symptome/Eigenschaften | Colitis ulcerosa | Morbus Crohn |
|---|---|---|
| Durchfälle | oft blutig, meist schleimig | selten blutig oder schleimig |
| Allgemeinsymptome | nur bei stärkerer Erkrankung | häufig |
| Bauchschmerzen | bei stärkerer Erkrankung | häufig |
| Anämie | häufig | häufig |
| Fisteln | sehr selten | häufig (40%) |
| Dünndarmbeteiligung | selten | häufig (>70%) |
| Rauchen | Zusammenhang nicht sicher belegt | krankheitsfördernd |
| Männer/Frauen | annähernd gleich häufig | annähernd gleich häufig |
| erstmaliges Auftreten | 15-30 und 60-80 Jahre | 15-30 und 60-80 Jahre |
| Nahrung | kein sicherer Zusammenhang bei beiden Erkrankungen | |
Welche Organe können noch betroffen sein?
Neben den bereits erwähnten Symptomen können die Patienten auch unter so genannten extraintestinalen Begleiterkrankungen leiden, also Veränderungen, die sich außerhalb des Darms abspielen. Dazu zählen zum Beispiel Entzündungen der Gelenke oder der Augen sowie Veränderungen der Knochendichte. Durch die Colitis ulcerosa selbst, wie auch durch die Behandlung der Erkrankung mit Steroiden kann es zu einer Verminderung der Knochendichte kommen, die im leichten Fall als Osteopenie (Abnahme der Knochenmasse) und im schwereren Fall als Osteoporose (Knochenerweichung) bezeichnet wird. Die Osteoporose führt erst dann zu Symptomen, wenn es zu Knochenbrüchen oder -einbrüchen gekommen ist. Da meist die Wirbelsäule betroffen ist, haben die Patienten dann Rückenschmerzen oder sie bemerken, dass sie kleiner geworden sind. Studien zeigen, dass eine der besten Therapien der Osteoporose bei den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen das Erreichen einer dauerhaften Remission ohne Steroide darstellt.
Typisch und besonders schmerzhaft sind Hautveränderungen wie das Erythema nodosum und das zum Glück recht seltene Pyoderma gangraenosum.
Erythema nodosum





