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Colitis ulcerosa:
Die Behandlung und das Management

Da die Ursachen der Colitis ulcerosa nicht bekannt sind, ist eine heilende Behandlung, die die Wurzeln der Krankheit beseitigt, bis heute nicht möglich. Therapieziele sind daher

  • die Entzündung langfristig zu stoppen
  • eine dauerhafte Remission
  • eine normale Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit
  • eine befriedigende Teilnahme am sozialen Leben
Je länger die Erkrankung schon besteht, umso schwieriger ist die Rückführung in einen normalen Zustand. Es ist daher wichtig, möglichst früh eine konsequente Therapie einzuführen, die wirkungsvoll und nebenwirkungsarm ist. Für die Therapieplanung sind die Ausdehnung der entzündlichen Veränderung und der Schweregrad der Entzündung von Bedeutung.
Je ausgeprägter die Entzündung des Darms ist, desto mehr Durchfälle haben die Patienten, desto höher ist der Anteil an Blut im Stuhl, desto häufiger müssen die Patienten auch nachts auf die Toilette, desto mehr Schmerzen und Fieber haben sie und desto kränker fühlen sie sich.
Die Beurteilung des Schweregrads der Erkrankung erfolgt in der Regel durch die Symptomatik und anhand der Ergebnisse verschiedener Untersuchungen inklusive der endoskopischen Befunde.
Ein Anhaltspunkt zur Beurteilung des Schweregrads ist in Tabelle 2 dargestellt. So kann der Schweregrad anhand der Stuhlgänge und Allgemeinsymptome unterteilt werden.

Leichte Erkrankung Mittelschwere Erkrankung Schwere Erkrankung
Durchfall < 4 blutige Stuhlgänge pro Tag 4-6 blutige Stuhlgänge pro Tag > 6 blutige Stuhlgänge pro Tag
Allgemeinsymptome gering mäßig stark
Tabelle 2: Möglichkeit zur Bewertung des Schweregrads der Colitis ulcerosa

Zu den Allgemeinsymptomen zählen beispielsweise Fieber, Anämie, erhöhte Herzfrequenz (Tachykardie) oder eine beschleunigte Blutsenkung (Laborwert). Jedoch empfindet jeder Betroffene die Erkrankung unterschiedlich, so dass die Bewältigung des Alltags, die Lebensqualität und die Arbeitsfähigkeit hier ebenso berücksichtigt werden sollten.
Die Symptomatik, die Aktivität, die Lokalisation der Entzündung und der Verlauf sind bei den Betroffenen sehr unterschiedlich ausgeprägt. Sobald diese Daten mit Hilfe der entsprechenden Untersuchungen vorliegen, wird das Behandlungskonzept für jeden Patienten individuell maßgeschneidert.

Gesamtkonzept

Vor Beginn einer jeglichen Therapie sollte der behandelnde Arzt zusammen mit dem Patienten ein langfristiges Gesamtkonzept der Betreuung erarbeiten. Die verschiedenen therapeutischen Möglichkeiten, inklusive chirurgischer Optionen werden besprochen. Diese langfristige Strategie sollte schriftlich festgelegt sein, damit der Hausarzt, der Chirurg, der Frauenarzt und andere Ärzte, die den Patienten mitbetreuen, Bescheid wissen - auch im Notfall. Die regelmäßige Krebsvorsorge sollte geplant und bei einer Steroidtherapie eine Knochenerweichung (Osteoporose) verhindert oder durch Gabe von Calcium und Vitamin D3 therapiert werden. Es muss für einen ausgeglichenen Vitamin- und Spurenelementhaushalt gesorgt werden. Kern der Therapie ist meist der dauerhafte Erhalt der Remission durch 5-ASA-Präparate, oder wenn diese nicht ausreichen, durch Immunsuppressiva und gegebenenfalls Biologics. Der Patient kann heutzutage erwarten, dass er sich 6 bis 12 Monate nach dem ersten Auftreten der Symptome und der Diagnosestellung in einer dauerhaften Remission befindet.

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