Begleitende Maßnahmen

Um die Erkrankung effektiv zu behandeln, bleibt Patienten mit rheumatoider Arthritis die langfristige Anwendung von Medikamenten nicht erspart. Darüber hinaus gibt es begleitende Maßnahmen, die Betroffenen zusätzlich helfen können. Die Auswahl und die Intensität der begleitenden Möglichkeiten sollte unbedingt mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. So erfordern die Maßnahmen sehr häufig die Anleitung durch geschultes Personal, manche Maßnahmen sollten auch bei bestimmten Situationen vermieden werden z. B. kann Wärme bei Entzündungen auch negative Folgen haben. Im Folgenden wird auf die wichtigsten begleitenden Maßnahmen kurz eingegangen.

Bewegung, Bewegung und nochmals Bewegung

Eine wichtige Säule in der Therapie der rheumatoiden Arthritis ist die konsequente und regelmäßige Bewegungstherapie. Je nach Krankheitsaktivität und körperlicher Funktionsfähigkeit werden spezielle Bewegungsübungen unter gezielter Anleitung eines Krankengymnasten erlernt und regelmäßig ausgeführt. Die regelmäßige Beteiligung an Gruppengymnastik wird ebenfalls empfohlen. So bietet die Deutsche Rheuma-Liga ortsnahe Bewegungstherapien speziell für Patienten mit rheumatoiden Erkrankungen (siehe "Wichtige Adressen").

Ziele der krankengymnastischen Übungen sind das Vermeiden oder die Korrektur von ungünstigen Gelenkstellungen, der Erhalt der Gelenkfunktion und dadurch der Beweglichkeit und die Stabilisierung der Gelenke z. B. durch Kräftigung der Muskulatur. Um Veränderungen an Gelenken zu verhindern, kann die Krankengymnastik auch als vorbeugende Maßnahme angesehen werden.

Entsprechend der individuellen Erfordernisse können beispielsweise folgende Maßnahmen durchgeführt werden:

  • Mobilisationstechniken
  • Koordinationsübungen
  • Muskelkräftigung
  • Konditionsaufbauübungen
  • Stabilisierende Übungen der Gelenke
  • Gangschulung
  • Haltungsübungen

Einen positiven Einfluss kann die Bewegungstherapie jedoch nur erzielen, wenn sie regelmäßig durchgeführt wird. Allerdings sollte dabei beachtet werden, dass man sich nicht überfordert. Zuviel des Guten kann häufig kontraproduktiv sein.

Gelenke schonen - nicht auf Kosten der Beweglichkeit

Der Begriff Ergotherapie leitet sich von dem griechischen Wort "ergon" ab, das so viel wie Arbeit, Beschäftigung bedeutet. Ziel der Ergotherapie ist das Erlernen gelenkschonender Bewegungsabläufe, um Schmerzen zu lindern und nicht betroffene Gelenke möglicherweise nicht zu sehr zu strapazieren. Mögliche Funktionseinbußen werden wiederhergestellt oder ausgeglichen und so die Selbstständigkeit der Betroffenen im privaten und beruflichen Bereich gestärkt. Durch die Ergotherapie vergegenwärtigen sich Patienten ihre alltäglichen Bewegungen und lernen diese gelenkschonend durchzuführen, wie z. B. eine Belastung auf mehrere Gelenke zu verteilen oder körpernahe Gelenke zu beanspruchen, also z. B. den Arm und nicht nur das Handgelenk beim Aufheben eines Gegenstandes zu benutzen. Eine weitere Aufgabe der Ergotherapie ist die Beratung über Hilfsmittel im Alltag und das Üben der richtigen Anwendung. Wertvolle Unterstützung im Alltag bieten beispielsweise Öffner für Wasserhähne, Griffverdickungen für Besteck oder Verlängerungsgriffe für Schuhlöffel bzw. Kamm. Der richtige Gebrauch der Hilfsmittel wird mit den Betroffenen trainiert. Auch für die Ergotherapie gilt, dass ein positiver Einfluss nur erzielt werden kann, wenn sie konsequent durchgeführt wird.

Kälte, Wasser und Massagen

Ziele der physikalischen Therapie sind die Linderung der Schmerzen, die Dämpfung von Entzündungen (z. B. durch "Vereisen" einer akuten Gelenkentzündung), sowie die Muskelentspannung und Förderung der Durchblutung. Zur physikalischen Therapie gehören:

  • Kälteanwendungen (z. B. Eispackungen, Kältekammer)
  • Wärmeanwendungen (z. B. Fango, Moor, Infrarotlicht)
  • Hydrotherapie (z. B. Bäder)
  • Massagen
  • Elektrotherapie

Psychische Krankheitsbewältigung

Auch die Beratung durch einen Psychotherapeuten stellt eine wertvolle Ergänzung dar. Die psychologische Betreuung kann dazu beitragen, die chronische Erkrankung rheumatoide Arthritis mit all ihren Facetten zu akzeptieren. Psychische Schmerzbewältigung kann helfen den Alltag besser zu meistern. Die Deutsche Rheuma-Liga bietet Kurse zur Schmerzbewältigung an (siehe "Wichtige Adressen").

Darüber hinaus gibt es noch weitere Angebote begleitender Maßnahmen, die im Gespräch mit Gleichgesinnten oder mit Ihrem behandelnden Arzt diskutiert werden können.