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Ankylosierende Spondylitis: Medikamente
NSAR (Nichtsteroidale Antirheumatika)
Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) spielen bei der Behandlung der ankylosierenden Spondylitis eine zentrale Rolle. Typische Präparate sind z. B. Diclofenac, Indometacin oder Ibuprofen. Die Wirkung der NSAR auf die Morgensteifigkeit und Schmerzen an der Wirbelsäule und den Gelenken sind gut belegt. Dennoch ist die medikamentöse Behandlung mit NSAR häufig nicht ausreichend. Etwa jeder zweite Patient mit ankylosierender Spondylitis leidet trotz Behandlung mit NSAR weiterhin an Schmerzen. Bislang fehlt der Nachweis, dass NSAR den weiteren Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen können.
Biologics
Tiefere Einblicke in die Vorgänge verschiedener entzündlicher Erkrankungen ermöglichten die Entwicklung der so genannten Biologics. Weil diese Medikamente ganz spezifisch in bestimmte biologische Vorgänge eingreifen und selbst natürlichen Stoffgruppen nachempfunden werden (z. B. Antikörper), bezeichnet man sie als biologische Substanzen oder Biologics (engl.). Sie haben demnach einen sehr spezifischen Angriffspunkt für ihre Wirkung. Die zur Behandlung der ankylosierenden Spondylitis eingesetzten Biologics sind Medikamente, die ganz gezielt den körpereigenen, entzündungsfördernden Botenstoff Tumornekrosefaktor alpha (TNFα) ausschalten (siehe Was passiert im Gelenk?). So können die Mechanismen blockiert werden, die den Entzündungsprozess auslösen und fördern – die Schmerzen und die Beweglichkeit der Wirbelsäule sowie die Leistungsfähigkeit werden maßgeblich gebessert. Infliximab gehört beispielsweise zu der Gruppe der TNFα-Blocker. Falls entzündliche Veränderungen an anderen Gelenken oder an den Sehnenansätzen zu Beschwerden führen, können diese Symptome ebenfalls positiv beeinflusst werden. Erste Therapieeffekte können z. T. bereits innerhalb von 2 Wochen beobachtet und der erzielte Erfolg durch regelmäßige Behandlung aufrechterhalten werden. Adalimumab und Etanercept sind weitere, zur Therapie der ankylosierenden Spondylitis zurzeit zugelassene, biologische Substanzen.
Glukokortikoid-Präparate
Glukokortikoid-Präparate, auch unter den Bezeichnungen Steroid- oder Kortison-Präparate bekannt, sind stark entzündungshemmende Medikamente. Sie werden überwiegend lokal im Gelenkspalt oder zur kurzfristigen Therapie akuter Schübe eingesetzt. Eine Dauertherapie mit Glukokortikoid-Präparaten ist bei ankylosierender Spondylitis jedoch nicht geeignet: Für einen Therapieerfolg sind insbesondere bei der Beteiligung der Wirbelsäule sehr hohe Dosierungen erforderlich, die bei längerer Anwendung mit unvertretbaren Nebenwirkungen einhergehen können.
Liegt eine Entzündung der Regenbogenhaut des Auges vor, ist die äußerliche Anwendung von Glukokortikoid-Präparaten eine sehr wichtige Maßnahme.
Basismedikamente
Basismedikamente entfalten ihre Wirksamkeit längerfristig über unterschiedliche, das Immunsystem unterdrückende Wirkungen, die zu einer dauerhaften Abmilderung der chronisch-entzündlichen Prozesse führen sollen. Typische Vertreter für Basismedikamente bei Patienten mit ankylosierender Spondylitis sind Sulfasalazin und Methotrexat. Bislang konnte jedoch nicht bewiesen werden, dass Basismedikamente bei Patienten mit Beteiligung der Wirbelsäule eine angemessene Wirkung haben. Wird die ankylosierende Spondylitis von Entzündungen an anderen Gelenken, wie z. B. Knie, Hüfte, Schulter, begleitet, werden in der Regel Basismedikamente angewendet.
Analgetika
Die Behandlung mit Analgetika (Schmerzmitteln) wirkt einzig und allein auf das Symptom "Schmerz" und bleibt dabei ohne Einfluss auf die zugrunde liegende Entzündung. Andere Symptome der ankylosierenden Spondylitis (z. B. Morgensteifigkeit, Gelenkschwellungen oder Entzündungen der Sehnen) bleiben durch die alleinige Gabe von Analgetika unbeeindruckt bestehen und der weitere Verlauf der Erkrankung wird nicht positiv beeinflusst. Im Spätstadium der Erkrankung, wenn die Beschwerden nicht auf eine Entzündung sondern auf Muskelverspannungen oder Osteoporose zurückzuführen sind, können Analgetika möglicherweise wirksamer sein als NSAR.


