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Ankylosierende Spondylitis:
Die Untersuchungen

Im Durchschnitt fünf Jahre bis zur Diagnose

Viele Menschen leiden an chronischen, tief sitzenden Rückenschmerzen, die Mehrzahl bedingt durch Verschleißerscheinungen. Untersuchungen bei Hausärzten haben ergeben, dass nur ca 5% der Patienten mit tief sitzendem Rückenschmerz zur Gruppe der Spondylarthropathien (Sammelbezeichnung von 5 entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, unter anderem die ankylosierende Spondylitis) gezählt werden können. Das Fehlen eindeutiger Krankheitsmerkmale in der frühen Phase der Erkrankung, sowie der schleichende Beginn führen häufig erst spät zur Diagnose ankylosierende Spondylitis: Durchschnittlich vergehen zwischen dem Auftreten der ersten Symptome und der Diagnosestellung fünf wertvolle Jahre. Damit der Arzt die Diagnose einer ankylosierenden Spondylitis stellen kann, werden in den meisten Fällen eine ausführliche Patientenbefragung, eine körperliche Untersuchung mit Messung der Beweglichkeit des Skelettsystems und eine Röntgen-Aufnahme durchgeführt.

Körperliche Untersuchung

Wichtiger Baustein zur Diagnose: Die Messung der Beweglichkeit

Eine eventuelle Einschränkung der Beweglichkeit der Wirbelsäule wird mit Hilfe verschiedener Untersuchungen gemessen. So bestimmt der Arzt beispielsweise den Abstand zwischen Hinterkopf und Wand beim aufrechten Stehen an der Wand, den Abstand zwischen Fingerspitzen und Boden bei maximalem Vorbeugen mit durchgestreckten Knien und durch spezielle Messungen die Beweglichkeit von Lendenwirbelsäule und Brustwirbelsäule.

Diese Untersuchungen ergeben wichtige Hinweise auf das Vorliegen einer ankylosierenden Spondylitis: So ist ein über die Norm verringerter Messabstand Ausdruck einer eingeschränkten Beweglichkeit und kann auf eine ankylosierende Spondylitis hinweisen.

Bei der klinischen Untersuchung ist der Nachweis einer akuten Entzündung im Bereich des Kreuzdarmbeingelenkes (=Sakroiliitis) wichtig. Das kann der Arzt beispielsweise mit dem so genannten Menell'schen Zeichen testen: Der Patient liegt auf dem Bauch: Durch Festhalten des Kreuzbeins mit einer Handfläche und Überstreckung des Beines wird das Becken gegenüber dem Kreuzbein im Gelenk bewegt. Das Zeichen ist positiv, wenn diese Bewegung schmerzhaft ist.

Laboruntersuchungen

Nicht immer aussagekräftig: Blutuntersuchungen

Eine erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und eine Erhöhung des C-reaktiven Proteins (CRP) sind typische Zeichen einer Entzündung im Blut und können meist auch bei der ankylosierenden Spondylitis gefunden werden. Allerdings sind die Werte gerade bei eher milden Erkrankungen oft nur sehr gering oder auch gar nicht erhöht.

Der für andere rheumatische Erkrankungen typische Rheumafaktor im Blutserum ist bei ankylosierender Spondylitis nicht nachweisbar. Man beschreibt die Erkrankung daher auch als "seronegativ".

Die Bestimmung des Oberflächenmarkers HLA-B27 beweist nicht das Vorliegen einer ankylosierenden Spondylitis bzw. das Fehlen von HLA-B27 bedeutet nicht, dass eine ankylosierende Spondylitis ausgeschlossen werden kann: Etwa 95% der Patienten mit ankylosierender Spondylitis, aber auch 7-8% der Gesunden sind HLA-B27 positiv.

Um allerdings Patienten mit ankylosierender Spondylitis aus der großen Gruppe der Patienten mit chronischem, nicht entzündlichem Rückenschmerz besser identifizieren zu können, ist die Bestimmung des Oberflächenmarkers HLA-B27 ein wertvoller Bestandteil der Diagnostik. Der Befund des, im Übrigen nur einmalig zu bestimmenden, Faktors gibt dem Arzt einen Anhaltspunkt, ob das Vorliegen einer ankylosierenden Spondylitis wahrscheinlich ist oder nicht.

Technische Untersuchungen

Eine normale Röntgenaufnahme reicht meistens aus

Da die ankylosierende Spondylitis fast immer im Kreuzdarmbeingelenk beginnt, können hier typische Veränderungen im Röntgenbild gefunden werden.

Charakteristisch ist das so genannte bunte Bild mit Knochendefekten (Erosionen) und gelenknahen Knochenverdichtungen (Sklerosierung). Im späteren Verlauf kommt es zu einer knöchernen Überbrückung des Gelenks, was an einem fehlenden Gelenkspalt erkennbar ist.

Als empfindlichste Methode zum Nachweis einer Entzündung im Kreuzdarmbeingelenk gilt heute die Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT), auch als Kernspintomographie bezeichnet, da hier auch Weichteilveränderungen darstellbar sind. Insbesondere in einer frühen Phase der Erkrankung, wenn noch keine Knochendefekte oder Verdichtungen vorliegen, kann diese Untersuchung wertvolle Hinweise liefern. Welche Art der technischen Untersuchungen eingesetzt wird, hängt von individuellen Faktoren ab.

Entzündlicher Rückenschmerz?

Das Leitsymptom und zugleich das wichtigste Frühsymptom der ankylosierenden Spondylitis ist der entzündliche Rückenschmerz. Interaktiver Test

Wie aktiv ist Ihre ankylosierende Spondylitis?

Anhand von 6 Fragen zu typischen Symptomen der ankylosierenden Spondylitis kann die aktuelle Krankheitsaktivität ermittelt werden. Dieser so genannte BASDAI-Wert berechnet sich aus einem Fragebogen, der von einer internationalen Arbeitsgruppe in dem englischen Ort Bath entwickelt wurde (BASDAI - Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Index). Dieser wird weltweit von Ärzten eingesetzt, um die Krankheitsaktivität zu berechnen und den Erfolg einer Therapie zu überprüfen.

Die Werte reichen von 0 (keine Krankheitsaktivität) bis 10 (höchste Krankheitsaktivität). Bei einem BASDAI-Wert von größer 4 spricht man von einer hohen Krankheitsaktivität, die gegebenenfalls eine Optimierung der aktuellen Therapie erfordert.

BASDAI Fragebogen – interaktiver Test

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