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Ankylosierende Spondylitis: Beschwerden und Symptome
Rückenschmerzen, Müdigkeit und Steifigkeit
Die ankylosierende Spondylitis ist eine entzündliche Erkrankung und was eine Entzündung bedeutet, hat bestimmt schon jeder am eigenen Leib erfahren: Zunächst ist es vielleicht ein kleiner Schnitt beim Kartoffelschälen oder eine Hautwunde durch einen Sturz: Möglicherweise tritt Blut aus der Wunde aus und nach kürzester Zeit kommen Schmerzen hinzu. Die Region um die Wunde schwillt an, wird warm und rot. Die Funktion der Hautstelle ist bis zur Abheilung gestört bzw. eingeschränkt.
So kann man sich – wenn auch sehr vereinfacht - die Entzündung in den Gelenken vorstellen: Der Betroffene hat Schmerzen und die normale Funktion der Gelenke ist gestört oder eingeschränkt. Das Leitsymptom und zugleich das wichtigste Frühsymptom der ankylosierenden Spondylitis ist der entzündliche Rückenschmerz. Dieser tief sitzende Kreuzschmerz tritt bevorzugt nachts auf und zwingt in den frühen Morgenstunden häufig zum Aufstehen und Umhergehen. Im Unterschied zu einem nicht entzündlichen Rückenschmerz, bessert sich der Schmerz bei Bewegung. Die Betroffenen leiden oft unter starker Müdigkeit. Die Morgensteifigkeit, ein Andauern der Schmerzen von mehr als drei Monaten und ein meist langsamer, schleichender Beginn vor dem 40. Lebensjahr sind weitere Kennzeichen des entzündlichen Rückenschmerzes. Interaktiver Test
Die Erkrankung verläuft oft schubartig, so dass eine zeitlich begrenzte Verschlimmerung der Entzündung auftritt. Während des akuten Schubes haben die Betroffenen starke Schmerzen und sind häufig kaum fähig sich normal zu bewegen. Damit beginnt ein Teufelskreis, denn ohne Bewegung kommt es zu einer langsamen Versteifung der ruhig gestellten Wirbelgelenke. Nach dem Schub ist der Patient schmerzfrei und möchte sich wieder normal bewegen, aber nicht jedem gelingt dies.
Die ankylosierende Spondylitis beginnt häufig mit einer Sakroiliitis. Das ist eine Entzündung im so genannten Iliosakralgelenk (Kreuzdarmbeingelenk), welches die Wirbelsäule mit dem Becken verbindet. Deshalb sind die Rückenschmerzen zu Beginn fast immer tief sitzend.
Schematische Darstellung einer Entzündung der Kreuzdarmbeingelenke am knöchernen Becken.
Bedingt durch die Entzündung kann eine Zerstörung des Knorpelgewebes mit nachfolgendem knöchernem Umbau der Gelenke beobachtet werden. Letztendlich kann eine Verschmelzung der Gelenkflächen auftreten, was schließlich die Unbeweglichkeit bzw. Einsteifung der Gelenke bedeutet. Im weiteren Verlauf der Erkrankung können ferner die Wirbel, die Bandscheibe und die Bänder zwischen den Wirbeln von der Entzündung betroffen sein, so dass die Wirbel knöchern miteinander verbunden werden und die Wirbelsäule allmählich einsteift. Dieser Prozess der knöchernen Einsteifung (Ankylosis) der Wirbelknochen (Spondylos) in der Wirbelsäule hat der ankylosierenden Spondylitis ihren Namen gegeben.
Schematische Darstellung des Fortschreitens der Wirbelsäulenveränderungen im Verlauf der Erkrankung. Rechts sind die knöchernen Überbrückungen der Bandscheiben als Spätfolgen sichtbar.
Im späteren Krankheitsverlauf kann neben der Verknöcherung auch ein Verlust an Knochenmasse (Osteoporose) beobachtet werden. Normalerweise ist ein Knochen hart wie ein Stein. Man mag es kaum glauben, aber er besteht dennoch aus lebendem Gewebe, das auf-, ab- und umgebaut wird. Ab dem 35. Lebensjahr ist dieser Prozess nicht mehr im Gleichgewicht: Der Abbau überwiegt den Aufbau mit der Konsequenz, dass die Knochendichte im Laufe der Jahre langsam abnimmt und der Knochen an Stabilität und Elastizität verliert. Bis zu einem gewissen Grad ist das ein normaler Alterungsprozess.
Wenn der Knochenabbau allerdings stark zunimmt, spricht man von Osteoporose, was mit "porösen Knochen" übersetzt werden kann.
Zu den Symptomen gehören unter anderem Knochenschmerzen, Fehlhaltungen und eine gesteigerte Neigung zu Knochenbrüchen ohne erkennbare Ursache (Spontanfraktur). Die konsequente, tägliche Krankengymnastik beugt der Osteoporose vor. Zusätzlich sind eine abwechslungsreiche Ernährung und der Verzicht auf Nikotin und Alkohol weitere Möglichkeiten, mit denen die Betroffenen ihren Knochen helfen können.
Neben der Wirbelsäule können auch weitere Gelenke und Organe von der Entzündung betroffen sein:
- Entzündliche Veränderungen an anderen Gelenken bei ca. 40% der Patienten: Häufig sind vor allem die großen Gelenke wie Knie, Hüften und Schultern betroffen.
- Entzündungen der Sehnenansätze bei ca. 20-30% der Patienten:
Typisch ist z. B. die Druckschmerzhaftigkeit der Achillessehne oder die Entwicklung eines so genannten Fersensporns.
- Entzündung der Regenbogenhaut des Auges bei ca. 20% der Patienten:
Die Leitsymptome dieser Augenentzündung sind gerötete Augen, Schmerzen und Lichtempfindlichkeit.
- Darmbeteiligung: Bei ca. 70% der Patienten mit ankylosierender Spondylitis sind Entzündungen im Dick- bzw. Dünndarm nachweisbar, die bei den meisten jedoch keine Beschwerden hervorrufen. Bei Beschwerden sind Durchfälle typisch. Circa 6% der Patienten mit ankylosierender Spondylitis leiden auch an einem Morbus Crohn, einer chronischen, entzündlichen Erkrankung des Magen-Darm-Trakts.
Strukturen und andere Organsysteme, die durch die ankylosierende
Spondylitis betroffen sein können.


